Rückblick: Das Grußwort des Bürgermeisters zum Jahreswechsel
WERNE Bürgermeister Lothar Christ blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Stolz ist er nicht nur auf die Neugestaltung der Innenstadt. Die Rede des Bürgermeisters im Wortlaut:
Bürgermeister Lothar Christ ist stolz auf die Neugestaltung der Innenstadt. (Foto: RN-Archiv/Felgenträger)
beim Blick zurück auf das Jahr 2011 erinnern wir uns sicherlich alle zunächst an zahlreiche Ereignisse, welche die Berichterstattung in den Medien beherrscht haben: an das schreckliche Reaktorunglück im japanischen Fukushima mit der späteren Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik und dem Atomausstieg, an den „Arabischen Frühling“ mit den Aufständen hunderttausender Menschen gegen ihre diktatorischen Regime, an die europäische Finanzkrise, an die Tötung Bin Ladens, an das schreckliche Attentat in einem norwegischen Feriencamp oder auch an die schlagzeilenträchtigen Plagiatsaffären.
Neben all diesen Geschehnissen treten leider wie so oft die erfreulichen Nachrichten in den Hintergrund: die geringste Arbeitslosenquote seit vielen Jahren, ein auch in 2011 erstaunlich hohes Wirtschaftswachstum, sportliche Höhepunkte wie die Weltmeisterschaft Sebastian Vettels im Automobil- rennsport oder besonders hervorragende Leistungen Einzelner auf verschiedenen Gebieten.
Innenstadt-Neugestaltung stärkt Ansehen
Doch bei aller Bedeutsamkeit der deutschland- oder auch weltweiten Ereignisse sind uns nicht nur diese im Gedächtnis verblieben. Auch in Werne, gewissermaßen vor unserer Haustür, hat sich einiges getan. Dabei sind es vor allem zahlreiche Baumaßnahmen, die für jedermann sichtbar unter Beweis stellen, dass die Infrastruktur unserer Stadt weiter Stück für Stück ergänzt und verbessert wird. An erster Stelle ist hier natürlich die Innenstadt-Neugestaltung zu nennen, in deren Rahmen innerhalb von nur sieben Monaten die Steinstraße und der Marktplatz neu gestaltet wurden. Die behindertengerechte Ausführung nach dem schon bekannten Konzept, die optische Aufwertung der Altstadt und dabei auch das durch Privatinitiative ermöglichte Wasserspiel am Marktplatz haben nach einem optimalen Bauverlauf nicht nur das „Wir-Gefühl“ in der Stadt, sondern auch deren Ansehen und Attraktivität im Umland gestärkt. Ich bin allen Beteiligten, vor allem aber auch der Landesregierung für ihre großzügige Förderung der Maßnahme sehr dankbar.
Gleiches gilt auch im Hinblick auf den letzten Abschnitt der L 518 n, der gute Baufortschritte macht und im kommenden Jahr die Umgehungsstrasse zur Vollendung bringen wird. Nach der Fertigstellung des neuen Sportzentrums Lindert vor gut einem Jahr gelang es uns nun, auch die Leichtathletikanlage im Sportzentrum Dahl zu sanieren und umzugestalten, womit klar wird, dass der Bedeutung sportlicher Aktivitäten in Werne von allen Verantwortlichen ein hoher Stellenwert zuerkannt wird.
Schulzentrum Bahnhofstraße
Das gilt auch hinsichtlich der schulischen Einrichtungen. In einer Zeit, wo völlig zu Recht der Bildung eine besondere Bedeutung beigemessen wird, konnte zunächst im Sommer die neue Mensa des Anne-Frank-Gymnasiums eingeweiht werden, wo Schülerinnen und Schüler nicht nur essen, sondern auch andere Aktivitäten wahrnehmen können, zumal die neue Einrichtung einen Umbau zur Aula mit Bühne und Zusatzbestuhlung ermöglicht. Vor wenigen Tagen nun stand das Richtfest des neuen „Schulzentrums Bahnhofstraße“ an, ein bedeutsames Vorhaben, welches, trotz zwischenzeitlicher Probleme mit einer Baufirma, nun zügig fortgeführt wird. Auch hier erhielten wir bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 15 Mio. Euro eine großzügige finanzielle Unterstützung im Rahmen des Konjunkturpakets II und anderer Förderprogramme. Ergänzend ist festzustellen, dass es aufgrund eines deutlichen Ergebnisses einer Elternnachfrage und eines Votums der politischen Gremien zum nächsten Schuljahresbeginn eine wohl fünfzügige Sekundarschule am Standort Bahnhofstraße geben wird.
Schaffung neuer Arbeitsplätze
Von besonderer Bedeutung ist neben der Bereitstellung schulischer Angebote auch weiterhin die Sicherung vorhandener und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Hier konnte die gute Arbeit der Vorjahre fortgeführt werden. Weitere Firmenansiedlungen, neue Arbeitsplätze, mehr Ausbildungs- und Praktikumsplätze und die seit langem geringste Arbeitslosenzahl sind Ausdruck dieser Entwicklung. Doch wir werden uns nicht ausruhen und haben erste wichtige Schritte getan, um das Gewerbegebiet „Wahrbrink West“ erschließen und weitere Firmen ansiedeln zu können.
Abwechslungsreiches Kulturprogramm
Trotz einer auch in Werne schwieriger gewordenen Haushaltssituation konnten wir im zurückliegenden Jahr ein abwechslungsreiches Kulturprogramm ebenso bereitstellen wie Angebote für Jugendliche, Familien und Senioren, für die soeben ein neuer „Wegweiser“ erschienen ist. Gleichwohl macht die Entwicklung der städtischen Finanzen erhebliche Sorgen. Wegfall der Schlüsselzuweisungen des Landes in Höhe von 2,7 Mio. Euro, Anstieg der Kreisumlage und verminderte Steuereinnahmen: all dies wird große Anstrengungen erforderlich machen, um bei den zu Jahresbeginn anstehenden Beratungen einen Haushalts zu verabschieden, der mein Ziel im Auge behält, die Finanzen bis 2020 ins Lot zu bringen. Ziel bleibt es aber auch, trotz finanzieller Engpässe, Werne weiterhin als lebenswerte Stadt zu erhalten, ja auszubauen. So werden wir schon in wenigen Tagen das neue Feuerwehrgerätehaus einweihen und im Solebad sollen die Planungen für ein neues Hallenbad, welches den Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und Familien gerecht wird, konkretisiert werden.
Mein Dank gilt bei dieser Gelegenheit allen Vereinen und Institutionen, die durch ihr Wirken das Zusammenleben in der Stadt bereichern, und dies oft über viele Jahre oder Jahrzehnte hinweg. Erinnert sei nur an einige Jubiläen im Jahr 2011 wie 25 Jahre Verkehrsverein, 50 Jahre Hol di Fast und Amnesty International oder 100 Jahre Wiehagenschule. Dort und an vielen anderen Stellen halfen Menschen ehrenamtlich und einige von ihnen wurden von mir mit der vom Land neu geschaffenen Ehrenamtskarte ausgezeichnet. Ohne ehrenamtliche Tätigkeit könnten Feuerwehr, THW, DRK, Seniorenvertretung und viele andere soziale, sportliche und kulturelle Einrichtungen nicht überleben. Und ebenso bedarf es der Menschen, die sich in Rat und Ausschüssen für die Stadt Werne engagieren. Beispielhaft für viele andere seien der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Karl-Friedrich Ostholt, und Friedhelm Gräve genannt, dessen Jahrzehnte lange Arbeit für die Freilichtbühne unvergessen bleiben wird. Beide erhielten anlässlich ihrer Verabschiedung einen hoch verdienten, lang anhaltenden Applaus.
Abschließend sage ich allen, die sich in unserer und für unsere Stadt Werne engagieren, ein herzliches Dankeschön. Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern von Werne, wünsche ich für das Jahr 2012 alles Gute, Erfolg und persönliches Wohlergehen.
Lothar Christ
Bürgermeister





























