Plan der Grünen Jugend: "Flashmob" in Werne als Andenken an Fukushima-Opfer
WERNE Die Grüne Jugend Werne lädt über das soziale Netzwerk Facebook zu einem "Flashmob zum Jahrestag von Fukushima" ein. Am Sonntag, 11. März, sollen sich ab 14.40 Uhr möglichst viele Menschen in Maleranzügen auf dem Marktplatz von Werne einfinden - doch die geplante Aktion kommt nicht überall gut an.
Anlässlich des Jahrestages der Katastrophe um das japanische Atomkraftwek Fukushima möchte die Grüne Jugend Werne einen "Flashmob" veranstalten. Eine Idee, die nicht überall gut ankommt. (Foto: (Archiv) dpa)
Was das heißt, erklärte Niklas Herrberg, Sprecher der Grünen Jugend Werne, gegenüber unserer Zeitung. „Die Debatte um Fukushima darf nicht einschlafen.“
Zwar sei der aktuelle Kurs in Sachen Atomausstieg richtig. „Persönlich bin ich jedoch der Meinung, dass man bereits bis 2018 aussteigen kann.“
Konkrete Botschaft
Außerdem sollten Subventionen für die Nutzung regenerativer Energien anstatt in große Offshore-Windparks dezentral in lokale Projekte fließen.
Diese Botschaft möchte die Grüne Jugend nun am 11. März durch den „Flashmob“ vermitteln.
Herrberg hofft auf zahlreiche Teilnehmer - bis Freitagnachmittag hatten 38 Menschen per Facebook zugesagt.
Kritik von der Jungen Union
Kritik an der Aktion kommt hingegen von der Jungen Union. „Es ist höchst perfide, wenn die Grüne Jugend unschuldige Todesopfer der japanischen Naturkatastrophe vorschiebt, um gegen Atompolitik zu demonstrieren“, erklärte JU-Vorsitzender Stefan Schafflick.
Die Organisatoren des Flashmobs übersähen die 19.000 Opfer, die durch Erdbeben und Tsunami ums Leben gekommen sind.
„Die JU Werne begrüßt jede ehrliche Form des Gedenkens an die Opfer der Naturkatastrophe“, so Schafflick, der für den Flashmob kein Verständnis hat: „Eine völlig ungeeignete Veranstaltungsform. Sie hat eine verharmlosende Wirkung und steht im Sinne der Internetkultur für das Rebellieren und den Spaßfaktor.“
Herrberg verteidigt Aktion
Niklas Herrberg verteidigt die Aktion: „Natürlich darf man die Leute nicht vergessen, die durch das Erdbeben ums Leben gekommen sind.
Die Katastrophe und die Folgen wären bei weitem nicht so gravierend, wenn Japan nicht in dieser gefährdeten Region so viele Atomkraftwerke gebaut hätte.“
Die kombinierten englischen Wörter „flash“ (Blitz) und „mob“ (Bande, Pöbel) bezeichnen eine scheinbar spontane Zusammenkunft von Menschen, die sich – in der Regel per Internet – an einem öffentlichen Ort verabredet haben und dort eine bestimmte Handlung ausführen. Die Bandbreite reicht dabei von Tanz-Choreographien über Kissenschlachten bis hin zum Entern einer Schnellimbiss-Filiale, um dort mehr als 4000 Hamburger zu kaufen. Ursprünglich unpolitisch, haben solche Aktionen mittlerweile oft einen konkreten Hintergrund, weshalb sie auch als „Smartmob“ (smart = clever, pfiffig) bezeichnet werden.





























