Chamäleon war dehydriert: Reptilienfreund: "Edgar" heißt "Kalle"
WERNE Edgar heißt Kalle. Das hat uns nun der Reptilienfreund bekannt gegeben, der das Chamäleon, das in einem Werner Hotelzimmer von einem Gast vergessen worden war, in Obhut genommen hat. Es gehe ihm gut, er hat schon zwei Heuschrecken gefuttert und: Er ist bald geschlechtsreif.
In diesem Karton wurde Edgar aus der Pension abgeholt. (Foto: Polizei)
Kalle war dehydriert und hungrig
Flugs besorgte der Wirt einen Schuhkarton, schubste Kalle vorsichtig mit dem Deckel in die Pappschachtel, rief die Polizei. Die verpasste dem Tier den Namen "Edgar" und übergab ihn an den Reptilienliebhaber aus Unna. Der hat sich nun auf Nachfrage unserer Zeitung per E-Mail zu Wort gemeldet und schreibt: "Es handelt sich um ein Chameleo calyptatus", ein sogenanntes Jemenchamäleon. "Das Tier ist juvenil (kurz vor der Geschlechtsreife, Anm. d. Red.) und männlich und besitzt einen Marktwert der unter Großhändlern gegen Null tendiert."
Kalles neuer Halter nimmt an, dass der ursprüngliche Eigentümer, zwei Tschechen, wegen des geringen Wertes von "unter 100 Euro" den Mann aus Unna nicht kontaktiert hätten. Die Gäste waren auf der Durchreise und hatten Kalle bei der Abreise vergessen. Der Zustand von Kalle sei schlechte gewesen, schreibt der Reptilienfreund. Aber in seinem neuen Zuhause habe er gleich zwei Heuschrecken gefuttert und sei nun "offensichtlich auf dem Weg der Besserung".
"Kalle" ist eine Ableitung seiner Rasse
Edgar heißt nun offiziell Kalle. Denn: "Kalle ist die Ableitung von Calyptratus", die Bezeichnung seiner Rasse Chamaeleo Calyptratus. Darum heiße auch die Schlange, die der Reptilienfreund besitzt, "Gabi", sie ist eine Gabunviper (Bitis Gabonica). Seine Diamantklapperschlangen (C. Atrox) "heißen alle 'Atze'".
Zunächst hatte die Polizei gemeldet, sie habe das Tier ans Tierheim Unna übergeben. "Aber bei uns ist es nie angekommen", sagte der Leiter Tierheims Christian Winter. Und: "Wir wären auch gar nicht ausgestattet. Hund, Katze, Maus - die würden zu uns kommen."
So räumte die Polizei am Donnerstagmittag ein, das Tier sei noch immer bei dem besagten Reptilien-Freund in Unna. Die tschechischen Gäste war eine Nacht zuvor in dem besagten Zimmer. „Offenbar hatten sie verbotenerweise das Tier mit ins Zimmer genommen und nach der Abreise vergessen“, mutmaßt der Hotelbetreiber.
Reinigungskräfte übersahen Edgar
Bei der anschließenden Zimmerreinigung hatte sich das Tier so gut getarnt, dass es den Reinigungskräften nicht auffiel. „Obwohl die sogar die Vorhänge abgesaugt haben“, sagt die Senior-Chefin. Selbst nachdem er gefangen worden war, bewies Edgar noch seine Wandlungsfähigkeit. Der Hotelier: „Da hat er die graue Farbe des Schuhkartons angenommen.“
Und was geschieht mit Edgar? Die Sprecherin der Polizei: "Entweder sagen die Eigentümer, sie holen es ab, oder der Reptilienfreund kann es behalten."





























