Sicherheit in Werne: Zäune geben Sichtschutz - auch Einbrechern
WERNE Gibt es Brennpunkte des Verbrechens? Womit hat die Kripo am meisten Arbeit? Wie ist die aktuelle Lage? Auf einem Rundgang durch die Stadt beantwortete uns der Werner Kripo-Chef Gerd Müller (57) diese Fragen.
Sicherheits-Rundgang mit dem Werner Kripo-Chef Gerd Müller. Hohe Hecken und Zäune schotten vom Nachbarn ab, sind aber eine Einladung an Einbrecher. (Foto: Jörg Heckenkamp)
Zunächst: Einen aktuellen Brennpunkt gibt es nicht. Dennoch bereitet eine Deliktform der Kripo momentan etwas Sorgen, die an verschiedenen Orten in der Stadt auftaucht: Taschendiebstähle. "Davon sind insbesondere Ältere betroffen, die einkaufen gehen", sagt Müller. Die Diebe sind so flink, bisweilen auch so dreist, dass die Opfer den Beutezug kaum mitbekommen.
Oft haben die bösen Buben leichtes Spiel: Handtaschen, die am Rollator baumeln, Geldbörsen, die obenauf in offenen Handtaschen liegen sind ein gefundenes Fressen.
Tipp des Experten: Auf die Tasche aufpassen; wenn die Börse darin ist, die Tasche verschließen; ansonsten Wertgegenstände eng am Körper tragen.
Vom Einkaufszentrum spazieren wir durch den Stadtpark Richtung Südring. "Dort hatten wir Ende vergangenes Jahr eine Welle von Autoaufbrüchen", erzählt Gerd Müller. Mit der Festnahme eines Verdächtigen ebbte die Serie der am Friedhof geknackten Autos ab. Der Mann gestand rund zehn Taten. Er ging immer nach dem selben Schema vor: Blick ins Wageninnere, Wertgegenstände (Taschen, Handys, Lederjacken, Navis, sogar Kameras und Laptops) entdeckt, Scheibe eingeschlagen, Beute geraubt, abgehauen.
Tipp des Experten: Niemals Wertsachen im Auto liegen lassen. Auch nicht unter den Sitz legen. Möglicherweise späht der Dieb seine Opfer vorher aus.
Zurück vom Südring geht es Richtung Busbahnhof. Ernüchterndes Fazit beim Anblick der abgestellten Vehikel: Von drei an den Abstellbügeln lehnenden Rädern ist nur eins mit einem dicken Schloss mit dem Edelstahlgestell verbunden. Zwar zeigt die Statistik im Moment keine Häufung des Zweirad-Klaus, aber die Saison der Langfinger kommt ja erst mit der warmen Jahreszeit.
Tipp des Experten: Ein starkes Schloss benutzen und das Rad an Bügel oder Ähnlichem anschließen. Teures, leicht demontierbares Zubehör (z. B. edler Sattel) bei Bedarf mitnehmen.
Letzte Station auf dem sicherheits-technischen Rundgang durch die Lippestadt: Die Wohnsiedlung am Stadtwald. Paradebeispiel für das Jagdrevier von Einbrechern. Dichte Hecken, hohe Mauern und Zäune, schlecht einsehbare Grundstücke. Hier, an der Friedrich-Hebbel-Straße (wie auch am Brinkhof) haben sich in der Vergangenheit die Einbrüche gehäuft. Müller: „Derzeit sind es zum Glück nicht viele Fälle.“
Tipp des Experten: Schon vor dem Hausbau an die Sicherheit denken, gerade auch an rückwärtige Fenster und Türen. Bei Bestands-Immobilien gibt es diverse Möglichkeiten der Nachrüstung, z. B. bei Fenstern. Wenn auch Hecken, Zäune und Abgrenzungen als Sichtschutz zum Nachbarn beliebt sind – sie sind gleichzeitig eine Einladung für Diebe.



























