Banse "blockt": Auf der Suche nach Talenten
WERNE Jana Banse ist Volleyballerin und spielt mit dem TV Werne in der zweiten Bundesliga. In einer wöchentlichen Kolumne berichtet die 23-Jährige exklusiv für die Ruhr Nachrichten über das Geschehen beim TVW. In der zweiten Ausgabe schreibt Banse heute über die etwas anderen Talente der Mannschaft.
Die Volleyballerin Jana Banse berichtet in einer Kolumne über das Geschehen beim TV Werne. (Foto: privat)
Als wir am Samstagmorgen nach Berlin aufgebrochen sind, war das primäre Ziel nicht, dass wir – als Tabellenletzter – mal eben in die Hauptstadt fahren und den Tabellenersten wegputzen.
Nein, unser Ziel war es, die Berlinerinnen zu ärgern und vielleicht wenigstens einen Satz zu holen. Ernüchterndes Ergebnis nach nur 57 Minuten Spielzeit: Ziel verfehlt. Und ich will sogar sagen – mehr als verfehlt.
In den ersten beiden Sätzen konnte man hier und da noch sagen, dass wir die gegnerische Mannschaft mit zeitweiliger Führung geärgert haben. Sogar der unheimlich sympathische Hallensprecher (der in Satz drei beim Spielstand von 14:2 einen Gnadenapplaus für den TV Werne übers Mikro forderte) hat da erkannt, dass man uns durchaus ernst nehmen sollte.
Das war peinlich
Jegliche Ernsthaftigkeit kam jedoch spätestens im dritten Satz abhanden. Man konnte uns nicht mehr ernst nehmen und eigentlich gibt es für Satz Nummer drei nur eine Beschreibung. Das war peinlich. Mehr gibt es zu einer Niederlage von 25:7 nicht zu sagen.
Trainer Marco hatte für diese „große Grütze“ auch nicht viele Worte, außer den Satz: „An einem peinlichen Spiel ist noch niemand gestorben.“
Also muss die Mannschaft jetzt an dem festhalten, was sie so auszeichnet: Nach vorne schauen. Und auch wenn an diesem Wochenende Volleyballspielen wohl nicht zu unserer Stärke gezählt hat, so hat die lange Reise nach Berlin doch so einige andere Talente zum Vorschein gebracht.
Neuzugang entpuppt sich als Märchentante
Kathlen hat zum Beispiel entdeckt, dass sie durch das Schnüffeln an einem Brötchen dessen Belag erraten kann (Leber- und Teewurst) und Neuzugang Katja hat sich als große Märchentante entpuppt. „Boh glaubse“ tönte es so einige Male durch den vollbesetzen ICE, als Katja mit Herbert Knebels Kurzgeschichten ein ordentliches Stück Ruhrpott mit nach Berlin brachte.
Und ein besonders großes Talent muss man Werne wirklich noch zugestehen. Die elf mitgereisten Spielerinnen haben sich auf dem Feld deutlich lauter angefeuert, als die 380 (!) Berliner Zuschauer.
Wir hoffen, dass wir uns trotz der Niederlagen dieses Talent behalten und am nächsten Wochenende beim „Loser-Derby“ wie eine Legionärswand vor den Bremer Gegnerinnen stehen werden.
Größtes Talent der Mannschaft ist das Kämpfen
Ab sofort bittet der Trainer auch nur noch mit den Worten „formiert euch“ um Aufstellung, denn jetzt müssen wir um jeden Punkt kämpfen.



























