Wettringer beim Weltjugendtag: Sie tanzten fröhlich im Regen
WETTRINGEN Schlechte Organisation, vorzeitige Abreise von Pilgergruppen und Sicherheitsmängel. In den letzten Tagen hagelte es nur so von Kritik zum Weltjugendtag in Madrid. Andere Erfahrungen hat offenbar die Gruppe aus Neuenkirchen und Wettringen gemacht.
Die Wettringer fühlten sich unter den fast eine Millionenen Jugendlichen auf dem Flugplatz sichtlich wohl. (Foto: kuma)
„Ich kann die Kritik am Weltjugendtag überhaupt nicht teilen. Wir fühlten uns sehr sicher in Madrid und wirklich gut versorgt.“ Karin Wiggenhorn, eine der drei Leiterinnen aus Wettringen, war bestürzt, als sie nach der Ankunft in Wettringen die Zeitung aufschlug.
Voller schöner Eindrücke
Kamen sie und die anderen 80 Pilger aus Wettringen und Neuenkirchen doch voller positiver Eindrücke und einmaliger Erlebnisse nach Hause, um allen zu erzählen, wie aufregend und schön der Weltjugendtag war.
Stattdessen wurden sie mit besorgten Blicken gemustert und ermuntert, doch zu erzählen, wie schlimm es war.
Fotostrecke Wettringer beim Weltjugendtag in Madrid
Aber: „Egal, ob bei der Demonstration gegen den Papst oder bei der Abschlussmesse auf dem Flugplatz, es waren immer zahlreiche Polizisten anwesend. Auch Sanitäter und Notärzte standen zu jeder Zeit bereit. Wir fühlten uns zu keiner Zeit in irgendeiner Weise schutzlos“, dementierte Karin Wiggenhorn die Vorwürfe, die selbst von Bistumssprechern erhoben wurden (MZ berichtete).Natürlich machte die Hitze auch den Wettringer und Neuenkirchener Jugendlichen zu schaffen, doch alle hielten sich an die Anweisungen der Ärzte, über den Tag verteilt drei Liter zu trinken und immer einen Hut gegen die Sonne aufzusetzen.
Jeden Mogen Messe
In Erinnerung bleiben stattdessen die vielen schönen Erlebnisse. Die begannen gleich nach der Ankunft und dem Bezug der Unterkunft, der Christo Rey Schule. Die Jugendlichen fuhren sie mit der Metro in die Madrider Innenstadt, um einen ersten Eindruck von dieser charismatischen Hauptstadt zu gewinnen.
Jeden Morgen nach dem Frühstück folgten dann die Katechese und die Messe für alle Jugendlichen der Karl-Leissner-Jugend, die jeweils von Kardinal Meisner, Bischof Felix Genn oder dem Weihbischof Timmerevers gehalten wurde. Besonders die Katechese war für die Jugendlichen sehr spannend, denn nicht nur Pastöre, sondern auch viele Jugendliche gingen nach vorne und erzählten von ihren Erfahrungen mit Gott, mit der Beichte und dem Weltjugendtag.
Am Nachmittag konnten die Wettringer dann in Dreier-Gruppen selbst entscheiden, wie sie ihren Tag verbringen. Als geschlossene Gruppe gingen die Wettringer jedoch am Mittwochabend zu der „Night of Joy“, einem Jugendfestival, wo Pastöre, Nonnen und Bands tolle Musik machten.
Eine grandiose Fahrt
Bei der großen Abschlussmesse mit dem Papst am Samstag, wo sich über eine Million Jugendliche aus aller Welt auf dem Flugplatz versammelt hatten, fing es am Abend leider an zu regnen, was unter dem Umstand, dass alle auch auf dem Feld unter freiem Himmel schlafen sollten, sehr ärgerlich war.
Doch die Wettringer waren von dem Regen einfach nur begeistert, denn nach über einer Woche mit durchgehend 40 Grad war man über diese Abkühlung sehr glücklich. So tanzten sie ausgelassen im Regen und sangen: „It’s raining men“ und „Umbrella“.
Als die Wettringer Jugendlichen dann erschöpft am nächsten Morgen auf dem Rückweg im Bus saßen, waren sich alle einig: Es war eine grandiose Fahrt, ein unvergesslicher Weltjugendtag – an dem es rein gar nichts zu meckern gab.














