Garten- und Landschaftsbau : "1-Euro-Jobs vernichten Stellen"
WITTEN Die Ein-Euro-Jobs sind ins Gerede gekommen. Dass aus einer solchen Beschäftigung jemand den Sprung in reguläre Arbeit schafft, ist äußerst selten.
Jürgen Gülich. (Foto: Susanne Linka)
Unternehmen aus der Gebäudereinigung und dem Garten- und Landschaftsbau sehen sich durch sie sogar geschädigt: "Sie nehmen uns nicht nur Aufträge weg, sie vernichten auch Arbeitsplätze in unseren Betrieben", sagt Michael Gotschika, Geschäftsführer des Landesverbands Galabau (Garten- und Landschaftbau) in Oberhausen.
Er würde eindeutig die Abschaffung der Ein-Euro-Jobs befürworten: "Wer den Rasen vor einem Kindergarten mäht und eine Grünfläche säubert, braucht dafür keine Ausbildung", beklagt er die Billigkonkurrenz durch die Gemeinwohlarbeit.
Gleicher Job, weniger Geld
Die Situation sei so zugespitzt, dass folgende "Karriere" eines Mitarbeiters im Garten- und Landschaftsbau gar nicht mehr selten sei: "Da muss ein Unternehmen wegen entgangener Aufträge seinen Mitarbeiter zum Arbeitsamt schicken, der rutscht schließlich in den Ein-Euro-Job und mäht am Ende im Auftrag einer Stadtverwaltung denselben Rasen wie vorher als regulär Beschäftigter - nur für viel weniger Geld." So könne das in seinen Augen nicht weitergehen.
Auch Jürgen Gülich, Chef des gleichnamigen Wittener Gebäudereinigungs-Unternehmens, hält nichts von den Ein-Euro-Jobs: "Sie nehmen uns viel. Ich als Unternehmer würde es begrüßen, wenn andere Möglichkeiten geschaffen würden, Menschen in Arbeit zu bringen."
Stärkere Kontrolle nutzt nichts
Der Einsatz von Ein-Euro-Jobbern durch die öffentlichen Hände gehe nur auf Kosten der Beschäftigung in regulären Arbeitsverhältnissen - ob im öffentlichen Dienst selbst oder in privaten Unternehmen. Auch eine stärkere Kontrolle, wie jetzt angedacht ist, nutzt nach Gülichs Meinung nichts.
Gotschika sieht in diesem Punkt ganz rabenschwarz: "Ich höre heute von den Arbeitsagenturen, dass sie keine Zeit haben, die Einsatzbereiche der Ein-Euro-Jobber zu kontrollieren. Ich habe auch von der neuen Kontrollinstanz gehört, dass sie dazu keine Zeit hat."
Günstigerer Mehrwertsteuersatz
Er beschreibt ein weiteres Problem durch den Gemeinwohlarbeitsmarkt: Beschäftigungsgesellschaften wie die Wittener Wabe böten bei der Ausschreibung von Aufträgen mit.
"Nur treten die mit einem um zwölf Prozent günstigeren Mehrwertsteuersatz an und können uns leicht unterbieten", beklagt Gotschika. Das sei nicht fair.























