Kraftwerk fürs Eigenheim: 25 Wittener Haushalte produzieren ihren eigenen Strom
WITTEN Gas und Öl zum Heizen werden teurer, der Strom auch. Der Blick auf die Rechnungen schmerzt. Was wäre es schön, wenn man Wärme und Strom selbst produzieren könnte. Mit einem eigenen kleinen Kraftwerk im Haus ist das möglich, aber längst nicht für jedermann wirklich günstiger.
Peter Rost hält ein Kleinkraftwerk, das etwa so groß ist wie eine Gefriertruhe, für eine gute Alternative zur gängigen Heizung, wenn die Voraussetzungen stimmen. (Foto: Haddenhorst)
Kosten: ab 16.000 Euro
In Witten gibt es bisher 25 Haushalte, die ihr eigenes Kraftwerk betreiben. Schon die kleinsten Anlagen, so der Experte weiter, sind mit rund 16.000 Euro recht teuer. Gas wird zum Betrieb des Motors nach wie vor gebraucht. Die Ersparnis liege beim Stromverbrauch, den man durch die Eigenproduktion senken könne.
Strom, den man nicht benötigt, kann man ins Netz einspeisen, bekommt dafür aber nicht so viel Geld, wie etwa der Nachbar, der vielleicht Solarzellen auf dem Dach hat: Die Kilowattstunde aus dem Mini-Kraftwerk wird mit insgesamt etwa 12 Cent vergütet, der Strom vom Dach dagegen mit 24,4 Cent. Kleine Anlagen, so gibt Roß zu bedenken, erzeugen zudem nur wenig Strom.
Vorteil für die Umwelt
Allerdings müsse man auch den Vorteil für die Umwelt sehen, weil der CO2-Ausstoß der Kleinkraftwerke geringer ist als bei einer normalen Heizung und Stromversorgung. „Es gehört schon eine Portion Idealismus dazu und auch Interesse an Technik, wenn man so eine Anlage betreiben will“, meint Roß.
Für wen nun ein Kleinkraftwerk tatsächlich eine gute Alternative wäre, vermag er pauschal nicht zu sagen: „In Mehrfamilienhäusern ab sechs Parteien wird es interessant. Mindestens aber ein Zweifamilienhaus müsste es schon sein.“
Für passionierte Warmduscher
Genau genommen ist das Kraftwerk etwas für passionierte Warmduscher. Denn nur, wenn im Sommer der Warmwasserverbrauch noch recht hoch ist, kann die Anlage auch dann ausreichend laufen und den Strom produzieren, der die Ersparnis bringt.
„Wo es passt, ist so ein Kraftwerk eine tolle Sache. Grundsätzlich sollte man alles sehr genau durchrechnen“, unterstreicht der Energieberater. Unbedingt einkalkuliert werden müssten auch die je nach Größe des Gerätes hohen Wartungskosten: Ölwechsel und neue Zündkerzen sind auch bei diesem Motor Pflicht.























