Entwicklung des Gerberviertels: Bürgerkreis Herbede wendet sich gegen SPD-Antrag
HERBEDE Der Bürgerkreis Herbede lässt nicht locker: Er hält die Ansiedlung eines Lebensmittelvollversorgers im Gerberviertel für eine "stadtteilentwicklungsplanerisch (...) irreversible und falsche Entscheidung."
Auch eine Erweiterung des Nettomarktes an der Wittener Straße hätte nach Meinung des Bürgerkreises Auswirkungen auf den Bedarf an Einzelhandelsflächen. (Foto: Barbara Zabka)
Dieter Boele stützt sich bei seiner Ablehnung unter anderem auf ein aktuelles Gutachten des Büros Stadt+Handel. Danach hätten sich die Plandaten in Witten – und speziell in Herbede – seit Aufstellung des Masterplans gravierend geändert. So liege die Kaufkraft für Witten z. B. mit 520 Mio. Euro deutlich unter der von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) in 2007 zugrunde gelegten 543 Mio. Euro.
Wankende Pläne
Zudem werde die gestiegene Bedeutung von Online-Verkäufen kaum berücksichtigt. Auch mit einem stärkeren Bevölkerungsrückgang als bisher angenommen rechnet der Bürgerkreis.
All das bringe die Basis des Masterplans ins Wanken, so Boele. Denn der gehe nicht nur davon aus, dass die örtliche Kaufkraft stärker an den Stadtteil gebunden würde, sondern baue auch auf Kunden aus den Nachbarstädten. Beides sei angesichts der neuen Erkenntnisse unwahrscheinlich, so Boele.
Insgesamt ergäben sich, so Boele, neue Fragen an die Stadtplaner. Einige Beispiele:
› Wie werden die Ergebnisse des neuen Gutachtens in dem anstehenden Entscheidungsprozess eingebunden?
› Sind die Potenzialflächen im Zentrum differenziert auf Machbarkeit geprüft und sind Eigentümer und Betreiber in den Prozess eingebunden?
› Wie wirkt sich die geplante Erweiterung des Nettomarktes aus?
› Wie soll die Meesmannstraße weiter entwickelt werden bei Entwicklung des Gerberviertels?
Angesichts dieser offenen Fragen hält es der Bürgerkreis für falsch, die Stadtteilentwicklung ungeprüft weiter auf den Masterplan zu stützen.























