Neues kreieren: Designer Andreas Junge erklärt, was Hingucker ausmacht
WITTEN Gutes Design ist geradlinig, schnörkellos – und verspielt wenn es erforderlich ist. Es geht um Funktionalität und Ästhetik, um Wiedererkennungswerte und Mut. Zum Welttag des Designs am 27. April erklärt der Wittener Designer Andreas Junge, wodurch man in der Branche besticht.
Designer Andreas Junge an seinem Arbeitsplatz. (Foto: privat)
„Design ist keine Nabelschau des Designers“, sagt Junge. Design ist Dienstleistung. Und Mittel zum Zweck. Für Marken, für Firmen, für fast alles, was greifbar ist. Es gehe um Kundenbedürfnisse und Wünsche – aber ebenso darum, Neues zu kreieren. Mut zum Risiko gehöre dazu.
Unvoreingenommen
Das wiederum falle nicht schwer, weil seine Agentur als externer Partner auftrete und so eine unvoreingenommene Perspektive auf das Profil des jeweiligen Kunden hat. „Wenn sich bei einer Präsentation niemand über das Ergebnis wundert, kann unser Vorschlag nicht so neu gewesen sein“, sagt Junge.
Allerdings muss nicht an jedem Tag das Rad neu erfunden werden. Die Design-Branche erlebt fast wöchentlich neue Trends. Viele kommen, einige bleiben – viele fallen schnell wieder unter den Tisch. Im Laufe der vergangenen Jahre habe sich gezeigt, sagt Junge, dass die Kombination aus Schlichtheit in der Darstellung und Geradlinigkeit in Kombination mit verschiedenen Elementen gut ankomme.
Kombination
Aber: „Es kommt immer auf den Bereich an, mit dem man sich befasst“, sagt Junge. Er kombiniere gerne neue Ideen mit etablierten und klassischen Methoden. Farben kommen bei ihm meistens erst recht spät ins Spiel. Am Anfang stehe der pure Entwurf. „Farben transportieren Emotionen. Um überzeugen zu können, muss der Entwurf aber auch in Schwarz-Weiß für sich sprechen“, sagt Junge.
Man dürfe sich nicht von der Farbe ablenken lassen. Mut zur Farbe ist dennoch gern gesehen. „Mit Blautönen kann man eigentlich nichts falsch machen“, sagt der 54-Jährige lachend. Ein guter Designer besticht in seinen Augen dadurch, dass er nicht alles macht, was er technisch machen könnte.
Inspiration aus dem Alltag
„Natürlich darf Design auch verspielt sein – wenn es die Situation hergibt“, so Junge. Seine Inspiration zieht er aus dem Alltag. Jeder neue Impuls, jedes neue Gespräch könne Inspiration sein.
„Das Spannende an meinem Beruf ist, dass ich hinter die Vorhänge schauen kann und einen neuen Blickwinkel auf Dinge erhalte. Jeder Einfluss prägt“, sagt Junge. Wenn eine Optik zum zweiten Hingucken animiere, habe der Designer alles richtig gemacht. Das Wichtigste sei allerdings, dass man seine Neugier nicht verliert...
Andreas Junge ist 54 Jahre alt und lebt mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Witten. Er hat sein Design-Studium 1984 an der Universität Hildesheim mit Diplom abgeschlossen. Andreas Junge ist Inhaber der Wittener Werbeagentur jungepartner. Seine Firma deckt die ganze Palette an Design-Dienstleistungen ab – vom Signet bis hin zu klassischen Werbe-Kampagnen. Unter anderem haben Junge und sein Team die Logos der Boecker-Stiftung und des Bistro-B entworfen.























