"Crash Kurs NRW": Drastische Videos sollen junge Autofahrer abschrecken
INNENSTADT Realitätsnah nachgestellte Unfälle wurden am Mittwoch in so genannten Schockvideos im Rahmen des "Crash Kurs NRW" im Albert Martmöller Gymnasium gezeigt. Die Videos sollen junge Autofahrer abschrecken - und dieses Ziel erfüllten sie auf drastische Art und Weise.
Abschreckend sollen die Bilder von schlimmen Unfällen wirken. (Foto: Steiner)
Denn überproportional sind junge Fahrer an Unfällen mit schwerem Ausgang beteiligt und der Crashkurs soll bei den jungen Menschen das Bewusstsein dafür wecken, dass „aus einer alltäglichen Situation etwas Schreckliches erwachsen kann“, sagt Schulleiterin Gudrun Sandkuhl in ihrer Begrüßung.
Schockierende Geschichten
Aufrüttelnd und schockierend sind die Geschichten, die dann folgen. Alltägliche Situationen, die in eine Katastrophe münden. Wie die des jungen Pärchen, das nach der Schule nach Hause fährt. Es ist hell, die Straße trocken, dennoch verliert der junge Fahrer die Kontrolle und setzt den Wagen vor einen Baum. Seine Freundin ist sofort tot.
Alle professionellen Helfer, die bei Unfällen vor Ort helfen, schildern Erlebnisse an Unfallorten. Wie schrecklich es als Notfallseelsorger ist, den Eltern die Todesnachricht zu überbringen. Wie schockierend es für einen Feuerwehrmann ist, wenn er in die toten Augen des jungen Mädchens schaut.
Fotostrecke Projekt "Crash Kurs NRW" am AMG
Wie belastend die Situation für junge Feuerwehrleute ist, die zum ersten Mal über Stunden mit dem toten Mädchen vor Augen arbeiten, bis die Unfallstelle geräumt ist. Wie furchtbar es für Augenzeugen ist, wenn sie vor einem völlig zertrümmerten Wagen stehen, der sich im Wortsinne um einen Laternenpfahl gewickelt hat. Darin drei junge Männer, denen ohne schweres Gerät nicht zu helfen ist.
Dazwischen die Schockvideos, nachgedreht nach realen Unfällen. Da ist ein Fußball spielender Knirps im Garten, der von einem Auto getötet wird, das über den Gartenzaun fliegt. Der Fahrer, leicht alkoholisiert, war ins Schleudern geraten. Oder die drei Mädchen, die kichernd über dem Handy hängen. Auch die Fahrerin. Ein schrecklicher Unfall ist die Folge. Die Reaktion der Schüler? Stille. Betroffenheit.
"Fahrverhalten überdenken"
„Ich werde auf jeden Fall mein Fahrverhalten überdenken“, sagt Can Yilmaz. Und Moritz Achternbosch fügt hinzu: „Ich habe nicht erwartet, dass in den Videos sogar die Verletzungen gezeigt werden“. Zwei Jugendliche treffen die Bilder so hart, dass das Notfallseelsorgeteam vor Ort helfen muss. „Eine Schülerin war selbst Augenzeugin eines Unfalls, da kam das alles wieder hoch“, sagte Birgit Steinhauer, die diese Schülerin und auch einen Schüler betreute, dem die Wucht der Bilder den Kreislauf versagen ließ.
Luftballons hängen während der Präsentation am Rand der Bühne. Auf sie haben Schüler ihre Lebensträume geschrieben. Von Glück, Liebe, Auswandern nach Amerika, Freundschaft und Gesundheit ist da die Rede. Lebensträume, die sekundenschnell zerplatzen können.


























