"Aufpasser" fehlt: Eisfläche des Hammerteichs bleibt gesperrt
INNENSTADT Früher fuhr man ganz selbstverständlich auf dem zugefrorenen Hammerteich Schlittschuh. Im Februar 2012 lässt sich dieser Spaß zwar wiederholen, das Betreten des Eises ist jedoch eine Ordnungswidrigkeit. Die Stadt Witten hat die Eisfläche bislang nicht offiziell freigegeben – und wird dies auch nicht mehr nachholen.
Björn Röpke, Sohn Momo (4) und Stieftochter Nora-Sophie (9) lassen sich den Spaß am Eislaufen nicht verderben, obwohl das Betreten der Eisfläche offiziell verboten ist. (Foto: Groeger)
Begrenzte Mittel
„Das können und dürfen wir nicht genehmigen“, verweist Kücük auf die äußerst begrenzten finanziellen Mittel der Ruhrstadt. Das kann Jürgen Rickling so gar nicht nachvollziehen: „Es ist eine Schande, dass es an den paar Euro scheitert. Wann hat man denn heutzutage noch die Möglichkeit, auf einem zugefrorenen See zu spielen?“
Lena Kücük kann diese Reaktion durchaus nachvollziehen. „Es entsteht der Eindruck, dass die Stadt der Spielverderber ist, aber die Sicherheit hat absoluten Vorrang. Unsere Kollegen in Bochum geben aus Prinzip keine Eisflächen frei.“
"Da kann nichts passieren"
Klingt nachvollziehbar – doch die Wittener lassen sich das Erlebnis Hammerteich trotzdem nicht entgehen. Rund 30 Personen tummelten sich am Freitag Nachmittag auf der dicken Eisschicht. „Das sind locker über 20 Zentimeter, da kann nichts passieren“, erklärt Björn Röpke, der mit Sohn Momo (4) und Stieftochter Nora-Sophie (9) dem eiskalten Vergnügen fröhnt. „Wenn mal einer einbricht, wird das in den Medien ziemlich hochgepusht.“
Etwas anders sieht das Hendrik Bühren, der mit Sohn Dominik (2) vor Ort ist. „Es juckt, es kribbelt, aber man sollte den Kindern ein Vorbild sein.“ Auch für die Schüler der Gerichtsschule ist am Ufer Schluss. „Die Kinder wollen aufs Eis, aber wenn es offiziell nicht erlaubt ist, dann ist das nunmal so“, erklärt Erzieher Simon Böller. Eine Hintertür hält er sich dann aber doch offen. „Morgen komme ich mit meinem Nachwuchs privat hierher, da werde ich den Schritt aufs Eis wagen.“
Gutes Geschäft
Ein gutes Geschäft wittert unterdessen Andreas Mende mit seiner rollenden Imbissbude auf dem Parkplatz des Hammerteichs. „Eigentlich stehen wir am Hohenstein, aber wegen der Eisfläche sind wir hierher umgezogen. Mal gucken, ob sich das rentiert.“
Spätestens Anfang kommender Woche dürfte sich das strittige Thema dann – zumindest vorerst – erledigt haben. Ab Montag sagen die Meteorologen Plusgrade voraus. Ab dann ist nicht nur die personelle Decke der Stadt Witten zu dünn…























