Niedrigere S-Bahnen: Für Rollstuhlfahrer wird der Einstieg zum Problem
WITTEN Auf den S-Bahnlinien der S 5 und S 8 zwischen Dortmund und Mönchengladbach werden ab 2015 Wagen rollen, die Behinderten Probleme beim Ein- und Aussteigen bereiten. Dann sind niedrigere Fahrzeuge als bisher auf der Strecke unterwegs.
Die bisherigen S-Bahnen haben eine Einstiegshöhe, die den Wittener Bahnsteigen im Niveau angepasst ist. (Foto: Linka)
In Zukunft werden hier aber Züge halten, die niedriger sind: „Nur solche Wagen haben eine Toilette“, begründet Johannes Bachteler die Entscheidung des VRR: „Viele Fahrgäste haben sich ausdrücklich gewünscht, dass wir das auf so langen Strecken wie der S 5/S 8 zwischen Dortmund und Mönchengladbach wieder anbieten.“ Die neuen S-Bahn-Wagen haben diese Ausstattung nicht.
Protest in Nachbarstädten
„Der Niveau-Unterschied ist ein Problem, das vor allem Witten und Wetter betrifft“, weiß der Sprecher. Er bestätigt aber auch, dass es in Dortmund ebenfalls Probleme mit der Bahnsteighöhe gibt. Die Städte haben schon protestiert.
Bürgermeisterin Sonja Leidemann hat nach Angaben aus dem Rathaus dem VRR in einem Brief ihren Unmut darüber ausgesprochen, dass die Stadt im Vorfeld nicht informiert worden ist. Erst kurz vor Weihnachten sollen die Behindertenbeauftragten zum Thema angehört worden sein.
Mobile Rampen
Bereits am Mittwoch sollte die Entscheidung über den neuen Betreiber der Linie fallen. Laut VRR lagen mehrere Bewerbungen vor. „Es wird ein weiteres Informationstreffen mit den Städten geben“, kündigte Bachteler am Mittwoch an. Der VRR plane, die neuen Züge mit mobilen Rampen und eingebauten Schiebetritten ausstatten zu lassen. Dass das Zugfahren für Rollstuhlfahrer so weniger komfortabel ist, räumt er ein. „Sie müssen nach der Rampe fragen.“
Wahrscheinlich müssten sie sich dann auch aus dem Zug schieben lassen, weil der Anstieg auf den Bahnsteig aus eigener Kraft nicht zu bewältigen ist. Auch über bauliche Lösungen auf den Bahnsteigen soll noch einmal nachgedacht werden. Dann ist aber wieder die Frage, wer sie bezahlt. Einen Vorteil hat die Neuregelung auch für Behinderte: Auch für sie ist in den neuen Zügen eine Toilette an Bord.























