Therapiebegleitung: Hündin Tamy hilft in integrativer Kindertagesstätte
HERBEDE Seit knapp einem Jahr kommt die Mischlingshündin Tamy in Herbede als Therapiebegleithund zum Einsatz. Die integrative Kindertagesstätte Buchholz nutzt den Vierbeiner bei der Arbeit mit kranken und behinderten Kindern. Der Hund wird speziell für diese Funktion ausgebildet.
Hündin Tamy ist Stammgast in der Kita. (Foto: Stadt)
Es sei verblüffend, erzählt Siekmann, wie ruhig sich Kinder mit ADHS-Syndrom (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) in Gegenwart der Hündin verhalten würden. „Daran wachsen sie, das Selbstbewusstsein steigt deutlich an“, erzählt sie. „Wir haben ein teil-autistisches Kind in unserer Gruppe, das niemanden anguckt und seine Bedürfnisse nicht mitteilen kann. In Gegenwart des Hundes blüht es richtig auf.“ Allerdings ist der Umgang mit dem Vierbeiner stark reglementiert.
Selbst finanziert
Damit sich Mensch und Tier so gut verstehen, bedarf es bestimmter Voraussetzungen. Siekmann nimmt den Hund bereits seit der achten Lebenswoche mit in die Kita und besucht zudem immer wieder Weiterbildungskurse, „die ich selbst finanziere. Das war schon immer so.“ Schon immer heißt in diesem Falle, dass die 46-Jährige schon viele Jahre auf den Hund als Integrationshilfe setzt.
„Tamy hatte schon einen Vorgänger, der litt allerdings unter einem angeborenen Herzfehler.“ Als Welpe kam die Hündin schließlich vor zehn Monaten in die Kindertagesstätte – und hat sich bestens eingelebt. Auch der Nachwuchs muss seinen Teil zum harmonischen Miteinander beitragen.
Knapp die Hälfte der 82 Kinder hat den Hundeführerschein abgelegt, der in Arbeitsgruppen gefestigt wird. Mit dem Vorteil, dass sich Tamy (fast) alles gefallen lassen muss.
Dog Dance
„Viele hundetypische Merkmale musste ich ihr abgewöhnen“, sagt Siekmann. Das zahlt sich aus – und wird beim „Dog Dance“ verfeinert. Dabei führen sie den Hund ganz einfach, „Kinder, die sonst ihre Grenzen überschreiten, halten sie an die Spielregeln.“
Einen Schritt weiter geht es, wenn Tamy durch einen von den Kindern selbst konzipierten Parcours spaziert. „Hier steht die Frage im Mittelpunkt, wie man den Hund motiviert“, merkt Siekmann an. Tamy liegt unterdessen immer noch auf ihrem blauen Kissen – bis zum nächsten Einsatz ist noch etwas Zeit.























