Mutlosigkeit und Tränen - Jobagentur ist überlastet
WITTEN Alarm in der Jobagentur. "Ich kann das nicht mehr verantworten", zeigte sich am Dienstagabend im Sozialausschuss Anke England, die Leiterin der Jobagentur, betroffen. Ihre Mitarbeiter seien total überlastet. "200 Fälle pro Nase und dann noch die ständigen Veränderungen der Gesetze", das sei ganz einfach zu viel.
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Auf Anregung des Vorsitzenden Jürgen Dietrich will der Ausschuss nun am Samstag die Gelegenheit ergreifen, um Franz Müntefering, den prominenten Bundespolitiker der SPD, bei seinem Besuch in Witten anzusprechen. Auch die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD sollen dringend darüber informiert werden, dass die Arbeit der Jobagentur so nicht weiter arbeiten kann.
Wittener Beispiel kein EinzelfallOffensichtlich ist das Wittener Beispiel auch kein Einzelfall. "Auch den anderen Jobagenturen geht es schlecht", wusste Anke England zu berichten. Das System sei einfach mit viel zu wenig Geld vom Bund ausgestattet.
Jochen Winter, der Kreis-Geschäftsführer der AWo, forderte: "Es muss mehr Geld in die Basisförderung gesteckt werden." Schon jetzt zahle der Kreis bei der Jobagentur - eigentlich eine Bundesangelegenheit - zu, "aber zu Lasten der Maßnahmen für Arbeitslose.
Stadtspitze um Hilfe bitten"Auch die Stadt schustert schon jetzt Geld zu", wusste Jürgen Dietrich zu berichten. Dennoch wollen die Ausschussmitglieder auch die Stadtspitze ansprechen und um Hilfe bitten.
Ausschussmitglied Claus Humbert (SPD) betonte: "Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass hier unser erstes Anliegen nicht das Wohl der Mitarbeiter ist. Primär geht es darum, dass die Kunden der Jobagentur richtig beraten werden - und zwar von gesunden und leistungsfähigen Mitarbeitern."
Vier zusätzliche Mitarbeiter
Die Kreisverwaltung hat der Wittener Jobagentur zwar zugesagt, in der zweiten Jahreshälfte 2008 vier zusätzliche Mitarbeiter zu bezahlen. "Das ist ein schönes Signal. Nur: Woher soll ich die so schnell nehmen", fragt sich die Leiterin der Jobagentur. Ein kompetenter Kollege brauche zwölf bis 15 Monate Einarbeitungszeit.
Dennoch will sie prüfen, ob etwa der Vertrag einer Aushilfskraft zu verlängern ist oder ob frühere Interessenten für eine Anstellung noch zur Verfügung stehen. Letztendlich: "Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein."


























