Praxis in der Schule: Pilotprojekt „Funkensprung“ soll Einstieg in die Ausbildung erleichtern
WITTEN Die 10 b der Otto-Schott-Realschule ist ganz Ohr. Aufmerksam verfolgen die Schüler die Schilderungen von Phillip Priebel, der vom Berufsalltag als angehender Bankkaufmann erzählt. Nicht mehr lange, und die „Zehner“ müssen sich selbst bewerben.
Gespannt und interessiert hörte die Klasse 10 b der Otto Schott-Realschule den Ausführungen des angehenden Bankkaufmanns Phillip Priebel zu. (Foto: Büsse)
Geistiger Vater des Funkensprungs ist der Autor und Journalist Ralf Lilienthal. Praxisbezug hat er als selbstständiger Gartengestalter genug. Den Kontakt zu den Ausbilder-Firmen stellte der Rotary-Club Witten Hohenstein her, der auch die Anschub-Spende leistete und sich weiterhin engagieren will. „Uns liegt daran, das Projekt langfristig zu etablieren“, sagte Rotary-Mitglied Dirk Kampheuer. Scheinbar gibt es genug Bedarf.
50 Prozent suchen
„In diesem Jahr suchen ca. 50 Prozent unser Absolventen nach einem Ausbildungsplatz“, erklärt Klassenlehrerin Anja Keßler. Was den Zehnern Mut machen sollte, wird in den Schilderungen der Azubis deutlich: Kaum einer hat einen absolut geraden Weg von der Schule in den Traumjob genommen. Abgelehnte Bewerbungen, Ehrenrunden oder ein abgebrochenes Studium – jeder hat eine Geschichte zu erzählen, die allerdings im Fall der fünf Azubis ein Happy-End hat. „Wenn es nur einem hilft, einen Platz zu finden, hat es sich gelohnt“, sagt Kampheuer.
Bewerbungsgespräch ist Thema
Vorne an der Tafel geht es mittlerweile um das Bewerbungsgespräch. „Unentschuldigte Fehlzeiten waren bei mir ein Thema“, sagt der angehende Anlagenmechaniker Kevin Imming und ein Stöhnen geht durch die Klasse. „Das ist doch gut zu wissen“, schaltet sich Lilienthal ein. Ansonsten redet er wenig. Kernstück des Projekts ist der selbstständige Austausch der Jugendlichen. Nur wenn es hakt, kurbelt Lilienthal etwas an.
Langsam kommt das Gespräch in Gang. Fragen nach Arbeitszeit und -vergütung werden gestellt.
Die Azubis erklären, warum es wichtig ist, sich im Vorfeld mit der Firma zu beschäftigen. „Fachfragen können vorkommen“, erzählt Mechatroniker Gregor Heuser. Lilienthal ist zufrieden: „Wir hoffen, dass der Funkensprung bald auch an anderen Schulen stattfindet.“























