Stadt legt Deponie im Dorneywald offen
STOCKUM Ist es nur würzige Waldluft oder liegt ein gärender, fauliger Geruch darüber? Seit umgekippte Bäume nach einem Sturm 1997 entlarvten, dass es an der Stelle des heutigen Dorney-Wäldchens eine Hausmüll-Deponie gab, kann man da nicht mehr so sicher sein.
Wo heute ein verträumter Weg zum Dorney-Sportplatz führt, wurde in den 60-er Jahren der Müll angekarrt, um ihn in den dortigen ausgetrockneten Feuerlöschteichen abzukippen. (Foto: Timm)
„Das ist dort deshalb gut möglich, weil die Stadt damals den Müll in ausgetrockneten Feuerlöschteichen abkippte. Weil diese durch eine bindige, tonige Schicht fast wasserundurchlässig sind, konnte das schadstoffreiche Sickerwasser nicht abfließen“, so Gerald Klawe vom Umweltamt. Und das ermöglicht nun, den Verrottungsprozess mit etwas Nachhilfe dort so zu gestalten wie in einem Komposthaufen.
Drei Vorteile gegenüber einer Deponie-Abdichtung
Gegenüber einer Deponie-Abdichtung habe das drei Vorteile. Zum einen kostet die Renaturierung die Stadt nur etwa ein Drittel der sonst anfallenden Kosten von rund 300.000 Euro, und zum anderen wird der Müll sich in etwa 15 Jahren soweit zersetzt haben, dass dort bei Bedarf selbst Wohnungsbau problemlos möglich wäre. Und es entfallen spätere Methangas-Kontrollen.
Das Alternativ-Konzept der Stadt sieht vor, die Deponie zu öffnen und mit Belüftungsgräben zu versehen. Durch Luft und Regenwasser fängt der Müll an, sich zu zersetzen. Mit Hilfe von Drainage-Strängen soll das Sickerwasser in einen Schacht geleitet werden, in dem sich die Sedimente absetzen können. Dort wird das Wasser mit Aktivkohlefiltern gereinigt, so dass es bedenkenlos in den Feldbach geleitet werden kann.
15.000 Kubikmeter Hausmüll gekippt
Auf dem rund 10.000 Quadratmeter großen städtischen Dorneywald-Areal wurden in den frühen 60-er Jahren rund 15.000 Kubikmeter Hausmüll gekippt, das entspricht rund 1000 Müllfahrzeugen. Auch heute noch befindet sich dort eine hochaktive Deponie. Der gemessene Methangaswert im Innern beträgt rund 30 Prozent des gemessenen Luftvolumens.
„Explosionsgefahr ist dort allerdings so gut wie ausgeschlossen“, sagt Gerald Klawe. Der Verdünnungseffekt von Boden- zur Außenluft betrage 1:1000, so dass gut einen Meter über dem Boden Methangas kaum noch messbar sei.























