Vier Lehrer gegangen: Versetzungen sorgen für Unruhe am Ruhr-Gymnasium
INNENSTADT Vier Lehrer des Ruhr-Gymnasiums haben sich versetzen lassen. Doch warum die offenbar bei Schülern und im Kollegium beliebten Pädagogen die Schule verlassen haben, blieb auch nach einem Pressegespräch am Freitag im Dunkeln.
Stellvertretend für alle Lehrer wiesen sie daraufhin, dass sie am Ruhr-Gymnasium weiter vieles auf die Beine stellen: (v.l.) Norbert Fischer, Bernd Steinbeck, Kirsten Schikorr, Nicole Luig und Bernd Ahne. (Foto: Susanne Linka)
„Sie haben gesagt, dass sie aus persönlichen Gründen gehen“, erklärte Lehrer Norbert Fischer. Das sei nicht weiter zu interpretieren. Um Vermittlung in einem Konflikt hatten die Pädagogen, die gegangen sind, nach Angaben des Lehrerrates auch nicht gebeten.
Kommunikationsprobleme
Eltern verweisen aber auf Kommunikationsprobleme mit der Schulleitung. Da heißt es sogar, im Kollegium herrsche „eine schlechte Stimmung.“ Nach Angaben von Schulleiterin Kirsten Schikorr ist das Gymnasium aber auf bestem Wege, die Zusammenarbeit zu verbessern: „Für die Mediation, zu der es jetzt kommt, haben wir uns schon vor den Herbstferien entschieden.“
Die Bezirksregierung hatte den Ruhr Nachrichten bestätigt, dass sie mit den verschiedenen Gruppen aus der Schule sprechen möchte. Die drei Lehrerinnen und der Lehrer, die um ihre Versetzung baten, haben ihre Anträge bereits vor den Sommerferien gestellt.
"Anträge weitergeleitet"
„Ich habe die Anträge an die Bezirksregierung weitergeleitet. So etwas muss man akzeptieren“, erklärt Kirsten Schikorr dazu. „Wenn sich jemand dazu einmal entschlossen hat, ist die Frage, wie motiviert er ist, wenn er bleibt“, meint Norbert Fischer.
Aus seiner Sicht ist das Problem an der Schule auch deswegen so hochgekocht, weil die Bezirksregierung sehr kurzfristig über die Versetzungen entschieden hat. Da sei der Schock bei den betroffenen Klassen natürlich groß gewesen.
Neue Lehrer übernehmen
„Und aus vier Lehrern werden in der Gerüchteküche auch ganz schnell einmal acht“, spielt Clint Karrasch, Vertrauenslehrer der Schüler, auf Falschinformationen an, die für noch mehr Aufregung sorgten. Nach seiner Wahrnehmung hat sie sich langsam wieder gelegt. Neue Lehrer haben die Klassen übernommen, und es fällt kein Unterricht aus.
Am letzten Wochenende dachten die betroffenen achten Klassen noch über eine Demo auf dem Rathausplatz nach. Doch die kam wegen der verpassten Anmeldefrist nicht zustande. Schulpflegschaftsvorsitzende Ulrike Grote versicherte am Freitag, sie habe zu den ganzen Vorgängen noch kein abgerundetes Bild: „Wir verfolgen die Entwicklung aber aufmerksam und kümmern uns um Aufklärung.“























