Theaterverein Stockum: "Wunschpunsch" verzauberte das Publikum
STOCKUM Einfach zauberhaft: "Der Wunschpunsch" von Michael Ende in der Aufführung des Theatervereins Stockum. Hobby-Schauspieler im Alter von 15 bis 25 Jahren verzauberten am Wochenende junge wie alte Zuschauer in der Harkortschule mit einer irrwitzig verrückten und zugleich professionellen Darbietung.
Suchen nach der Lösung gegen den bösen Fluch: Rabe Jakob (Saskia Petri) und Kater Mauricio (Lina Greese). (Foto: Bock)
In den letzten sieben Stunden des Jahres haben beide indes ein Problem. Sie müssen noch die Hälfte ihres Jahres-Solls an Untaten vollbringen, ansonsten werden sie von Maledictus Made, den Philipp Sieber herrlich cool und streng spielt, persönlich gepfändet.
Punsch bringt das Gegenteil
Der Wunschpunsch, der jeden ausgesprochenen Wunsch erfüllt, soll den Unholden helfen. Das Besondere dabei: Wünscht man etwas Gutes, tritt das Gegenteil, also etwas Böses ein. Und: Bis die Neujahrsglocken erschallen, muss der Punsch ausgetrunken sein, ansonsten verkehrt sich der Wunsch nicht mehr ins Gegenteil.
Den bösen Zauber durchbrechen wollen der übergewichtige und durch Betäubungsmittel stets schläfrige Kater Maurizio, den Lina Greese ebenso schön romantisch wie äußerst naiv ausgezeichnet personifiziert, und der arg zerrupfte, kranke Rabe Jakob, den Saskia Petri plump hinterwäldlerisch wie auch pfiffig resolut fabelhaft vielfältig interpretiert.
Knallige Toneffekte
Hilfe suchen Kater und Rabe bei der Kirche. Sie wollen die Glocken läuten, doch schaffen sie es nicht auf den Turm. Der heilige Silvester verhindert dies, hilft den geschundenen Kreaturen aber dennoch. Silvester, der in der Stockumer Inszenierung als Reggae-Musiker à la Bob Marley daher kommt, wird von Patrick Zylka genial als vollkommen bekiffter und der Welt entrückter Retter auf die Bühne gebracht. Er schenkt den Tieren eine eingefrorene Note des Glockenspiels, die Mauricio und Jakob in den Wunschpunsch mischen und der die Umkehrwirkung aufhebt.
So werden die Tiere wieder munter, gesund und schön. Sie besiegen die böse Magie mit gutem Zauber. Magisch sind auch die bunten Licht- und knalligen Toneffekte, für die Tobias Grunwald verantwortlich zeichnet. Es ist ein rundherum bezauberndes Stück, das keine Wünsche offen lässt und bei der Premiere zu Recht mit lang anhaltendem Beifall gefeiert wurde.
Darsteller gesucht
Die nächsten Aufführungen sind im Oktober „Nightmare before Christmas“ (ab 14 Jahre) von Tim Burton und im Dezember das Kindertheater „Charlie und die Schokoladenfabrik“ nach Roald Dahl. Anfänger können jetzt noch bei beiden Produktionen aktiv mit einsteigen.
Der Stockumer Theaterverein freut sich über neue Schauspieler. Geprobt wird dienstags im Maximilian-Kolbe-Zentrum, Hörder Straße 364. Von 17 bis 19 Uhr treffen sich die Kinder bis 15 Jahre, Jugendliche und Erwachsene von 19 bis 22 Uhr.























