Sportlerporträt: Arbeiter im Hintergrund - Frank Weniger
WITTEN Er ist ein Arbeiter, der lieber im Hintergrund bleibt, der für seinen Verein alles macht und auch da hingeht, wo es weh tut. Die Rede ist von einem in Witten bestens bekannten Ringer: Frank Weniger.
Balgt jetzt nur noch zum Spaß mit seinen Ringern wie hier mit Christian Heinrich (unten): Frank Weniger. (Foto: Dietmar Bock)
In der Kampfzeit 1973/74 packte Witten um die Trainer Mithat Bayrak und Fritz Schrader die zweite deutsche Mannschafts-Meisterschaft, fünf weitere folgten.
Zweimal das Kreuzband gerissen
In der Saison 1985/86 gab es dann den letzten KSV-Titel. Und auch da war Weniger mit dabei, wenn auch nicht mehr im Finale: „Schon in der Vorrunde habe ich mir gegen Goldbach den zweiten Kreuzbandriss zugezogen“, denkt er schmerzlich zurück. 1986 war er dann jedoch schnell wieder auf der Matte zurück.
Bei der deutschen Einzel-Meisterschaft musste sich der Familienvater erst im Finale Siegfried Seibold (Bad Reichenhall) geschlagen geben. Sein schönstes Sport-Erlebnis? „Nein“, sagt der heutige Oberliga-Trainer bestimmt und liefert die Begründung gleich hinterher: „Die Titel mit der Mannschaft waren am schönsten. Diese Erfolge bleiben in Erinnerung und sind wichtiger als jede Einzelmedaille.“
Ziel: Zurück in die Bundesliga
Nach seiner aktiven Laufbahn, die erst im vergangenen Jahr so richtig geendet haben soll - da trat er mangels Personal noch einmal aushilfsweise in der Oberliga an - wechselte der Wittener ins Trainer-Lager, coachte in der Oberliga fünf Jahre lang die Reserve und seit 2009 die erste Mannschaft, die er nun wieder in die Bundesliga zurück führen möchte. Bereits in der Kampfzeit 2002/03 schnupperte er als Trainer-Novize an der Seite von Bodo Lukowski Trainer-Luft in Liga eins. Und genau da will Weniger wieder hin.
Einen eigenen Kampf-Einsatz auf dem Weg nach oben schließt Weniger indes aus: „Die Knochen knacken jetzt zu sehr, da brauche ich nach jedem Kampf immer eine Woche, bis ich wieder richtig gehen kann.“ So lässt der ausgebildete und beim Freizeitzentrum Kemnade tätige Schwimmmeister, der sich nach einem schweren Motorrad-Unfall mühsam wieder an seinen heiß geliebten Sport herankämpfen musste, den jüngeren Ringern den Vortritt.
Jetzt beschränkt er sich darauf, seinen Schützlingen wertvolle Tipps zu geben. Er selbst bleibt lieber weiter im Hintergrund - und erledigt seinen Teil der Arbeit.























