Sportlerporträt: Axel Thomsen - Jetzt ein eiserner Mann
WITTEN Wem bei einer der größtmöglichen Schindereien der Humor nicht flöten geht, der hat vieles richtig gemacht. Axel Thomsen, Jahrgang 1977, darf sich seit wenigen Tagen als eiserner Mann bezeichnen, beim Ostseeman in Glücksburg hat er die Triathlon-Langdistanz hinter sich gebracht. Warum? "Einmal im Leben muss man so einen Unsinn gemacht haben", meint Thomsen.
Im Ziel: Axel Thomsen. (Foto: privat)
Harter Winter beeinflusste Training
Trotzdem machte er sich 2008, mit einem neuen feinen Rennrad unter dem Hintern, auf den Weg, ein Triathlet zu werden. Sein überaus sportlicher Hintergrund als Zehnkämpfer und Marathoni erleichterte ihm den Einstieg in den Ausdauer-Dreikampf. Drei Olympische Distanzen (1,5/40/10) und eine Mitteldistanz (1,9/90/21) im Beginnerjahr zeugen von großer Motivation und großer Leistungsfähigkeit. "Ich wollte halt gucken, ob mir der Sport überhaupt Spaß macht", erklärt Thomsen.
Relativ bald war ihm klar, was sein nächstes Ziel sein sollte. Thomsen intensivierte sein Training, musste aber erst im Urlaub nach Neuseeland ans andere Ende der Welt fliegen, um sich für die lange Kante an der Ostsee anzumelden.
"Ärgerlich war dann der harte Winter. So hatte ich fast jede Woche ein schlechtes Gewissen, nicht genug trainiert zu haben", sagt Thomsen.
"Giftige Steigungen"
Mit dem ambitionierten Programm von fünf Olympischen Distanzen als Wettkampferfahrung und -vorbereitung in Beinen und Armen startete der PVler nun zu seinem "großen Tag". "Anreise am Freitag nach Flensburg, am Samstag Startunterlagen besorgen, Rad einchecken und die Wechselzone und Rad- und Laufstrecken begutachten. Am Sonntag um 7 Uhr fiel dann der Startschuss für die 1300 Athleten", berichtet Thomsen.
Beine zieren sich
Der Marathon zum Abschluss lief - bis Kilometer 27. "Dann haben die Beine doch angefangen, sich zu zieren und ich musste die erste Gehpause einlegen. Und wenn man erst einmal geht, kommt man schlecht wieder in den Lauf." So schaffte Thomsen die Strecke in 4:55 Stunden. Als Endzeit stand 12:13 Stunden auf der Uhr.
"Ich bin hochzufrieden. Vor zwei Jahren wollte ich nur diesen Unsinn einmal machen. Heute überlege ich mir, wann ich mich wohl für die nächste Langdistanz anmelden kann", sagt Axel Thomsen. Er hat, ganz Sportler, schon die nächste Hürde aufgestellt. "Die zwölf Stunden sind auf jeden Fall drin."























