Handball-Verbandsliga: "Ich bin gereift" - Bommerns Fabian Jung im Interview
WITTEN Handballerisch, da gibt es wenig Zweifel, gehört Fabian Jung zu den stärksten Spielern beim TuS Bommern und auch in der Verbandsliga. Doch dieses Potenzial hat der mittlerweile 20-jährige Rückraumspieler in der Vergangenheit nur selten abgerufen. RN-Sportredakteur Jürgen Koers sprach mit dem großen Talent.
Bommerns Fabian Jung (r.) will mit neuem Einsatz in die bevorstehende Saison gehen. (Foto: Robert Szkudlarek)
Keine Probleme mehr. Ich kann voll trainieren, bin fitter als je zuvor.
Mit Verlaub: Das sieht man auch! Was ist der Unterschied zum Vorjahr?
Ich habe wieder richtig Lust auf Handball. Das war ehrlich gesagt nicht immer so. Deswegen hatte ich auch so zugelegt an Gewicht. Mir fehlte der Spaß, und wir waren eine wild zusammen gewürfelte Truppe. Das vergangene Jahr war zum Eingewöhnen.
Auch deine Leistung ließ zu wünschen übrig. Die Vorschusslorbeeren aus der Jugend waren groß, zu sehen war davon aber wenig.
Ich hätte schon in der Jugend noch mehr aus mir machen können. Und vor einem Jahr habe ich es schleifen lassen. Eine Null-Bock-Phase. Aber ich bin gereift, auch durch das freiwillige soziale Jahr hier beim TuS Bommern.
Inwiefern?
Ich habe viel mehr hinter die Kulissen blicken können. Was hier alles getan wird, hat mich dann doch überrascht. Das Jahr hat mir gut getan. Jetzt habe ich auch wieder richtig Spaß am Handball.
Was ist drin für den TuS in der Verbandsliga?
Wir sind jetzt eine eingeschworene Truppe, unternehmen auch außerhalb des Sports viel miteinander. Das macht richtig Laune. So können wir auch die neuen Spieler viel besser integrieren. Vielleicht können wir in der Liga sogar oben mitspielen.
Kein Abstiegskampf?
So etwas wie der Endspurt in der vorigen Saison darf uns nicht mehr passieren. Das wird auch nicht passieren. Dazu haben wir uns zu sehr verbessert.
Wie läuft es denn mit der neuen, offensiveren Deckung?
Na, das klappt noch nicht immer ganz so gut. Aber das wird schon. Und vor allem: Das macht richtig Laune. Es ist zwar viel anstrengender zu spielen. Aber das ist moderner Handball, viel schöner zu spielen als die 6:0-Abwehr. Ich habe auch in der Jugend immer schon offensiv gedeckt. Wenn wir da den Gegner früh attackieren, denen den Spielfluss nehmen und auf die Nerven gehen, wird das gut laufen für uns.
Was sind die Stärken des TuS in dieser Saison?
Wir sind individueller stärker, nicht so leicht auszurechnen. Wir haben nicht den einen überragenden Spieler, dadurch sind wir aber auch schwerer auszurechnen.
Ein Beispiel?
Konzentriert sich der Gegner auf Daniel Lieber, habe ich mehr Möglichkeiten im Rückraum. Zudem können wir schnelle Tore machen.
Was sind die Schwächen?
In der Abwehr sind wir noch nicht so weit. Da fehlt es noch an Abstimmung. Aber daran werden wir weiter arbeiten, dann passt das bald. Ansonsten sehe ich nicht viele Schwächen.
Wie wollt ihr auftreten?
Wir werden kämpfen, nehmen den Schwung aus dem Abstiegskampf der vergangenen Saison mit. Da haben wir gesehen, was wir können. Die Zuschauer in Bommern wollen eine junge Mannschaft sehen. Wenn wir kämpfen, wird es uns keiner Übel nehmen, sollten wir mal verlieren. Wenn wir Galle zeigen, stehen die Fans hinter uns.
Samstag geht es zum Saisonstart nach Westerholt. Die werden auch gegen den Abstieg kämpfen. Was erwartet euch dort?
Die werden heiß sein auf uns, weil wir denen richtig eins auf die Mütze gegeben haben hier. Wir wollen natürlich mit zwei Punkten starten.























