Triathlon-Bundesliga: Juristische Langdistanz in der "Causa Springer"
WITTEN Der Deutsche Mannschaftsmeister im Triathlon wird 2011 TV Buschhütten heißen. Das ist vor dem abschließenden Wettkampf am Sonntag in Hannover nahezu sicher. Wer hingegen den Titel 2010 zugesprochen bekommt, ist nach wie vor offen. Obwohl das Asics Team Witten in der "Causa Springer" (RN berichteten) vom Deutschen Institut für Sportgerichtsbarkeit (DIS) Recht bekommen hat.
Die Disqualifikation von Thomas Springer vom Asics Team beim Bundesliga-Rennen in Gladbeck 2010 war nicht rechtens. (Foto: Archiv)
Die Disqualifikation von Thomas Springer beim Saisonauftakt im Mai 2010 in Gladbeck wegen seiner Barfuß-Fahrt sei nicht rechtens, hat das DIS geurteilt. Springer habe sich keinen Vorteil dadurch verschafft, dass er die Radstrecke ohne den zuvor verlorenen Schuh bestritten habe.
So weit, so eindeutig. Doch die Deutsche Triathlon-Union (DTU) wäre nicht sie selbst, wenn es auch dort eindeutige Entscheidungen gäbe. Denn das Urteil, die Disqualifikation Springers zurückzunehmen, erklärt der DTU noch nicht, wie sie das Ergebnis vom Gladbeck-Rennen einordnen muss. Springer war im Vorlauf, dem Grand Prix, mit einer Zeitstrafe belegt worden. Wird diese aufgehoben, könnte/müsste/sollte dies auch für das anschließende Mannschaftsrennen gelten.
Um schnelle Lösung bemüht
Und dann könnte nach Aufrechnung aller Ergebnisse der Meister 2010 doch aus Witten und eben nicht aus Buschhütten kommen, das bereits gefeiert hatte. "Faktisch gibt es noch keinen Meister", hatte der DTU-Geschäftsführer und langjährige Kapitän des Asics Teams, Matthias Zöll, stets betont. Man bemühe sich um eine schnelle Lösung.
"Es geht uns in erster Linie gar nicht darum, Deutscher Meister zu werden", beschwichtigt Thomas Fehrs (Foto), Vorsitzender des Triathlon-Teams in der TG Witten. "Wir wollen Gerechtigkeit für unseren Sportler. Dass sich das wie ein Rattenschwanz hinzieht, das kann keiner wollen." Bis zum Finale der Liga 2011 am Sonntag in Hannover sollte Klarheit herrschen. "Die Kuh muss vom Eis", sagt Fehrs.
Jung nutzt Beziehungen zur DTU
Es ist jedoch fraglich, ob das gelingt. Beim ambitionierten TV Buschhütten hat dessen Manager Rainer Jung bereits lautstark gepoltert und seine eigenen Beziehungen zur DTU genutzt. Er will um keinen Preis nachgeben. Man sei "sportlich, rechtlich und moralisch Deutscher Meister 2010", so Jung in der Kreuztaler Lokalzeitung.
Gegen das DIS-Urteil gibt es allerdings keinen Klageweg mehr. Da jedoch die Umsetzung des richterlichen Entscheids eine Hand voll Optionen zur Wertung des Rennens in Gladbeck offen lässt und damit auch die Titelfrage, geht das Gezerre um die Deutungshoheit hinter den Kulissen weiter. Voraussichtlich steht der Meister 2011 vor dem von 2010 fest.























