Triathlon: Juristischer Dreikampf - DTU wehrt sich in der "Causa Springer"
WITTEN Es sind noch drei Rennen zu bestreiten in der Deutschen Triathlon-Liga, das ist klar. Ob anschließend klar ist, wer sich Deutscher Meister nennen darf, ist hingegen ungewiss. Die "Causa Springer" geht in die nächste Instanz.
Die Disqualifikation von Thomas Springer vom Asics Team beim Bundesliga-Rennen in Gladbeck 2010 war nicht rechtens. (Foto: Archiv)
Nachdem das Triathlon-Team in der TG Witten gegen die Disqualifikation vor dem Verbandsgericht der Deutschen Triathlon-Union (DTU) geklagt und Recht bekommen hatte, hat nun die DTU ihrerseits Rechtsmittel eingelegt.
Gutt: Ohrfeige für die DTU
Klären soll den Fall die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS). "Da klagt die DTU gegen das Urteil des eigenen Verbandsgerichts, das muss man sich mal vorstellen", schüttelt Asics-Teammanager Richard Gutt den Kopf. Das Urteil des Verbandsgerichts, in dem erhebliche Kritik an der Sportordnung der DTU offenkundig geworden war, wertet Gutt als Ohrfeige für die DTU. Vertreten werden die Wittener von der Kanzlei des Dortmunder Sportjuristen Dr. Reinhard Rauball.
Der Verband selber sieht dies natürlich anders. Das 2008 installierte DIS, bestückt mit drei zu berufenden Volljuristen, soll sich nochmal mit der Sache befassen. Im eigenen Verbandsgericht befänden sich dafür nicht die geeigneten Sportrechtsexperten, erklärt DTU-Vizepräsident Dr. Ralf Eckert. Er sieht die Wettkampfrichter der DTU im Recht, die Springer in Gladbeck ausgeschlossen hatten. Nun könne jede Seite schriftlich Argumente vortragen, ehe eine mündliche Verhandlung eine endgültige Entscheidung bringt.
Vor Ablauf der Saison wohl keine Entscheidung
Eckert: "Ich habe Zweifel, ob das wegen der Fristen noch vor Ablauf dieser Saison entschieden wird." Dass dies "schlecht für den Sport" sei, sieht auch Eckert so. Aber für die DTU gehe es darum, die Rechtslage "exemplarisch zu klären, um Ruhe hinein zu bekommen". Andere Vereine, nicht zuletzt Wittens Dauerkonkurrent TV Buschhütten, haben angekündigt, alle Rechtsmittel auszuschöpfen, sollte die DTU das Verbandsgerichtsurteil umsetzen.
Die Sachlage ist kompliziert, in der Streitfrage gibt es Unklarheiten. Wie diese zu interpretieren sind, muss das DIS klären. Ob das Asics Team also noch Chancen auf die Meisterschaft hat, wird sich nicht am Wochenende beim Bundesliga-Rennen in Offenburg und vermutlich auch nicht beim Ligafinale am Schliersee (18. September) entscheiden.
Verlierer, da scheint der Fall klar zu sein, sind die Sportler und die Liga, die sich auf dem Weg zu einer besseren Außendarstellung und Vermarktung mit diesem Hickhack schadet.
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