Sportlerporträt: Jutta Rost ist eine Handball-Pionierin
WITTEN Sie ist eine echte Pionierin, eine Frau der ersten Stunde. Und dennoch kennt man sie unter ihrem jetzigen Namen nur in einem anderen Zusammenhang als eben jene Sportlerin, die in Witten Geschichte schrieb: Jutta Rost. Ein Porträt.
Jutta Stübing in den 1970er Jahren in der Jahnhalle in Aktion. Die ehemalige Bundesliga-Handballerin kam eher zufällig zu diesem Sport. (Foto: Repro Dietmar Bock)
Jutta Rost, geborene Stübing, legte bei der UTG Witten Hand am Ball an und stieg 1975 mit dem Fusions-Klub aus Sport-Union Annen und TG Witten 1848 in die 1. Handball-Bundesliga auf. Gab es denn schon Mitte der 1970er Jahre eine Handball-Bundesliga für Frauen? Ja, gab es. Aber erst ab 1975 halt. Und da war Jutta Stübing mit dabei. Bei der Premiere. Als Pionierin.
5 Jahre als Rechtsaußen in der 1. Liga auf Torejagd
Doch schon weit vorher griff sie zum Ball, spielte Feldhandball, dann auf dem Kleinfeld draußen, bevor es anschließend zuerst im Winter und schließlich ganz in die Halle ging. Nicht nur für sie, sondern für alle, die diesem Sport frönen.
Auch ohne einen Übungsleiter waren Stübing & Co. äußerst erfolgreich. Westdeutscher Meister auf dem Kleinfeld sowie das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft in Hamburg bleiben für die heute 63-Jährige stets in bester Erinnerung. "Das war schon eine schöne Zeit", denkt die Bundesliga-Handballerin gerne an diese Höhepunkte zurück.
20 Jahre lang Handballerin aus Leidenschaft
Als sie dann in der 1. Liga spielten, griffen die UTG-Frauen doch auf den Rat eines Trainers zurück. Mit Dr. Klaus Bernsmann verpassten sie 1976 und 1978 nur knapp die Endrunden-Teilnahme zur Deutschen Mannschafts-Meisterschaft, ehe dann 1980 der Abstieg in die Regionalliga folgte. Fünf weitere Jahre später löste sich das Team sogar auf. "Auf einmal war Schluss", fasst Jutta Rost diesen Moment knapp zusammen und erschrickt dabei immer noch ein wenig.
20 Jahre lang war die aus der Nähe von Magdeburg stammende Stübing Handballerin aus Leidenschaft. Nach ihrer Flucht aus der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) fand sie an der Ruhr jedoch eher zufällig zum Handball.
"Ich spielte auf dem Jahnplatz und warf einfach ein paar mal den Ball, als ich gefragt wurde, ob ich nicht auch im Verein spielen wolle", erinnert sie sich. Dann ging alles ganz schnell - bis sie plötzlich in der 1. Liga Tore warf.
Basketball, Fitness und Tauben
Auch heute ist Jutta Rost noch aktiv. Lediglich den Ball hat sie getauscht. „Basketball macht wahnsinnig viel Spaß“, sagt Rost und trifft nun beim TuS Stockum in den Korb. „Damit ich fit bleibe“, ergänzt sie und fügt dann noch an: „Eigentlich ist es auch egal, welchen Sport ich betreibe, ich bin für alles offen. Dreimal in der Woche gehe ich ins Fitnessstudio.“
Neben dem aktiven Sport als Rentnerin hegt sie mit „ihrem“ Klaus noch ein weiteres Hobby: die gemeinsamen Tauben. „Wenn er ´mal nicht kann, mach´ ich das“, sagt sie stolz.

























