WITTEN Sie sind der Hingucker schlechthin und nicht nur für den Mann am Mikrofon die Favoriten: Am Samstag macht sich eine Gruppe muskelbepackter Spartaner auf, die Ruhr im Sturm zu erobern. Nur mit kurzen Leder-Röcken, Sandalen und Lederarmbändern bekleidet, geht es beim Drachenboot-Cup in die Boote.Von Alexander Füten
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Platz eins für die Verkleidung: die Spartaner. (Foto: Alexander Füten)
"Bei uns ist das nur Kraft, Taktik gibt es nicht. Immer volle Pulle", erklärt einer aus der verkleideten Wittener Hobbytruppe den Plan seines Teams und schwingt sich ins Drachenboot. Ein vorlauter Gegner ruft ihm noch vor dem Start des ersten Rennens zu: "Wir sind die Perser, nur damit ihr Bescheid wisst."
Die lange Nacht war das große Problem
Aber auch die konnten die Spartaner nicht aufhalten. Mit zwei Bootslängen Vorsprung gewannen die "Griechen" den ersten Vorlauf. Nach zwei weiteren Siegen standen sie im Halbfinale, dass erst am Sonntag stattfinden sollte.
Genau das sollte ihnen zum Verhängnis werden. Denn als großes Problem sollte sich die lange Nacht entpuppen. "Da haben wir wohl zu heftig gefeiert", gestand Spartaner Christian Lange am späten Sonntagmittag. Im Halbfinale ging seinem Team nämlich die Puste aus. Geschlagen von den "Crash Test Dummies" und dem Team "Fließband" mussten sie die Segel streichen.
Eine der weitesten Anfahrten nach Witten hatten eben jene "Fließband-Arbeiter". Fang Hsuan Hsuing und sein Team kamen extra aus Stuttgart. Größtenteils aus Studenten bestand das mit Chinesen beziehungsweise Taiwanesen bestückte Team. Und als solches waren sie mit den Drachenbooten bestens vertraut. "Ich nehme auch bei den World Games in Kaoshiung, Taiwan, teil", sagt Hsuan Hsuing. Statt auf Kraft setzen die weit gereisten Gäste auf Taktik. Zumindest die Spartaner halten sie so locker in Schach.
Training mit Besenstiel und Wassereimer
Mit Paddeln statt wie sonst mit den Armen kämpfte auch ein Team des PV Triathlon gegen die Fluten der Ruhr. Direkt neben den Spartanern schlugen sie ihre Zelte auf. "Wir haben das ein oder andere Mal mit Besenstielen und Wassereimern trainiert", gesteht Sprecher Matthias Dix. Es hat sich gelohnt, immerhin stand sein Team im kleinen Finale. In den flame-farbenen Trikots fielen sie auch bei der anschließenden Siegerehrung auf.
Trost für die unterlegenen Spartaner: In der beliebten Wertung "bestes Outfit" räumten sie ab und nahmen unter dem Jubel der anderen Teams ihre Kriegsbeute entgegen: eine Kiste Sekt. Für richtige Männer eben. Trinkfestigkeit bewiesen schon vorher die "Hailaender" und "Torpedo Bob" Sie sicherten sich gemeinsam den Tresenpokal.