http://ad.de.doubleclick.net#oms.ruhr-nachrichten.de#nationalnews#dcopt=ist;#236933529#728#90#2
http://ad.de.doubleclick.net#oms.ruhr-nachrichten.de#nationalnews##348193360#120#600#3
Medienhaus Lensing
09.02.2010 16:15 Uhr
Schriftgröße: A A A

Analyse: Sieg mit ungewissem Ausgang

Karlsruhe (dpa) Sieger sehen anders aus: Nach jahrelangem Kampf hat Hartz-IV-Empfänger Thomas Kallay aus Hessen am Dienstag zwar vor dem höchsten deutschen Gericht recht bekommen. Die bisherigen Hartz-IV-Regelsätze sind ungerecht und müssen neu berechnet werden.Von Marion van der Kraats und Anika von Greve-Dierfeld, dpa

«
1/1
»

Stoffherzen von Protestierenden mit der Aufschrift: "Ein Hartz (durchgestrichen) Herz für Kinder" hängen beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. 

Dennoch blickt der groß gewachsene, massige Mann ernst und kommentiert das Urteil des Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zurückhaltend. «Es besteht kein Grund zur Freude», sagt der Hauptkläger. Im Rückblick sei vor allem erschreckend, «was die Hartz-IV-Sätze im Leben von Menschen alles angerichtet und wie viel Leid und Armut sie den Betroffenen gebracht haben». Für die Zukunft bleibt offen, ob Kalleys Sieg vor Gericht sich nun auch in Cent und Euro für die Betroffenen niederschlägt. Das Urteil sagt dazu nichts.

Wer von den Karlsruher Richtern eine konkrete Berechnung erwartet hatte, wie viel Geld für ein «menschenwürdiges Existenzminimum» nötig ist, wurde enttäuscht. Derartige Erwägungen stünden dem Gericht nicht zu, betonte Gerichtspräsident Hans-Jürgen Papier. Umso härter fielen jedoch die Worte seines Ersten Senats zu der noch von der rot-grünen Bundesregierung eingeführten Berechnungsbasis aus: Die Kalkulation sei nicht transparent und orientiere sich nicht genug an der Realität. Die Berechnung der Kinder-Sätze beruhe auf keiner «vertretbaren Methode zur Bestimmung des Existenzminimums», so Papier.

Bei Kindern seien deren spezielle Bedürfnisse nicht genügend berücksichtigt worden, betonte das Gericht. «Obwohl schon Alltagserfahrungen auf einen besonderen kinder- und altersspezifischen Bedarf hindeuten», so die Richter. «Kinder sind keine kleinen Erwachsenen», monierten sie. Unverständlich auch, warum bei der Ermittlung der Sätze wichtige Bereiche wie Bildung und «außerschulischer Unterricht in Sport und musischen Fächern» völlig unberücksichtigt blieben.

Auch bei den Erwachsenen habe sich der Gesetzgeber nicht einmal bemüht, die für ein menschenwürdiges Existenzminimum notwendigen Bereiche zu ermitteln, so der Tenor der Richter. So gab es - schilderte Papier unter Gelächter der Zuhörer - bei der Berechnung pauschale Abschläge für «nicht regelungsrelevante Güter und Dienstleistungen» wie Pelze, Campingmöbel oder Sportboote und Segelflugzeuge. Die Richter nannten solche Schätzungen «ins Blaue hinein». Da die Grundlage bei den Regelsätzen für Erwachsene nicht stimmt, schleppt sich der Fehler laut Urteil bis zur Berechnung der Kinder-Sätze durch.

Wenige Tage bevor seine Amtszeit nach zwölf Jahren endet, holte Gerichtspräsident Papier nochmal aus und strafte den Gesetzgeber ab: Schon bis zum 31. Dezember muss er eine Neuregelung schaffen. Gelingt dies nicht, muss rückwirkend zum 1. Januar 2011 gezahlt werden. Damit muss bei einer der größten Sozialreformen in der deutschen Nachkriegsgeschichte erheblich nachgebessert werden. Dabei ist allerdings weder der Regelsatz für Erwachsene (derzeit 359 Euro) noch der Kinder-Regelsatz aus Sicht der Richter «als evident unzureichend anzusehen». Für die Methode gab es jedoch vernichtende Kritik.

Bis zur Änderung bleibt die bisherige Regelung gültig. Ab sofort können Hartz-IV-Empfänger jedoch einen besonderen Bedarf geltend machen, der durch die bisherigen Zahlungen nicht gedeckt wird. Voraussetzung: Es wird laufend etwas gebraucht, das nicht durch Einsparungen oder Unterstützung Dritter finanziert werden kann. Dazu können auch die Fahrtkosten für geschiedene Eltern zählen, die im Rahmen des Umgangsrechts ihr Kind besuchen wollen. Oder Behandlungskosten für Neurodermitis, die nicht von der Kasse bezahlt werden.

In Deutschland beziehen mehr als 6,5 Millionen Menschen Hartz-IV- Leistungen, darunter 1,7 Millionen Kinder. Besonders sie sollten bessergestellt worden, forderten die Karlsruher Richter. Bei der neuen Berechnung kann der Gesetzgeber laut Urteil durchaus an dem Statistikmodell festhalten, das er bislang gewählt hat.

Grundlage für die neuen Berechnung könnten dann die Ergebnisse der Einkommens- und Verbraucherstichprobe 2008 sein, die das Statistische Bundesamt im Herbst 2010 vollständig vorlegt. Wie dann letztlich die Regelsätze aussehen, bestimmt der Gesetzgeber. Die Botschaft dafür aus Karlsruhe lautet: Macht es ordentlich und macht es fair!

Ein menschenwürdiges Leben - das stellten die Richter klar - ist mehr als die nur physische Existenz. Vielmehr beinhalte es auch ein Mindestmaß an Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben. «Der Mensch als Person existiert notwendig in sozialen Bezügen», betonte Papier.



Größte Tempo-Kontrollaktion in NRW

1

Blitz-Marathon: Polizei zieht positive Bilanz

Düsseldorf Bei der größten Tempo-Kontrollaktion in Nordrhein-Westfalen sind am Freitag und Samstag zahlreiche Autofahrer trotz Vorwarnung in den Medien mit Vollgas in die Radarfallen gefahren. Nach dem Blitz-Marathon spricht die Polizei in ersten Bilanzen von einem Erfolg. mehr...

Hauptbahnhof Münster

2

Liebeserklärung auf der Anzeigetafel

Der Liebesgruß an der Anzeigetafel.

Münster Überraschung im Bahnhof Münster: Statt der sonst üblichen Zugverbindungen leuchtete auf der Anzeigetafel eine Liebeserklärung. Eine Bahnmitarbeiterin hatte sich zu der romantischen Fahrplanauskunft überreden lassen. mehr...

Tragödie in Hamm

3

Giftgas-Unglück: Zustand der Eltern weiterhin kritisch

Ein junger Mann hatte die Familie entdeckt: Er wollte nach seinem 18-jährigen Freund fragen, weil dieser seit mehreren Tagen nicht mehr zur Schule gekommen war. Als der junge Mann in das beleuchtete Haus guckte, sah er zwei leblose Menschen und rief die Polizei. Die Verletzten kamen in Kliniken.

Hamm Nach dem tragischen Giftgas-Unglück wegen einer defekten Heizung in Hamm sind die überlebenden fünf Familienmitglieder weiter im Krankenhaus. mehr...

Abstimmung zum Valentinstag

4

Wählen Sie die schönste Liebeserklärung

Der Valentinstag ist für viele Verliebte ein wichtiges Datum.

Dortmund/Münster Er ist der Tag aller Tage für Verliebte: Der Valentinstag am 14. Februar. Wir haben Sie aufgerufen, uns Ihre schönsten Liebeserklärungen zu schicken. Die Resonanz war riesengroß. Nun liegt es an Ihnen: Stimmen Sie ab über den schönsten Valentins-Spruch. mehr...

In NRW

5

Ministerin: E-Zigaretten sind im Nichtraucherbereich unzulässig

Ein Raucher nutzt eine E-Zigarette.

Düsseldorf In Nichtraucherbereichen dürfen auch keine elektrischen Zigaretten genossen werden. Das geht aus einer gemeinsamen Antwort der nordrhein-westfälischen Ministerien für Gesundheit und für Verbraucherschutz auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion hervor. mehr...

http://ad.de.doubleclick.net#oms.ruhr-nachrichten.de#nationalnews##802189656#300#250#4

Lade TED
 
Abstimmung wird geladen, bitte warten...
 


Weitere Themen
Im November 2009 beschloss der GM-Verwaltungsrat überraschend, Opel doch zu behalten.

Hintergründe und Rückblick

Opels langer Weg

Alle Entwicklungen beim Großkonzern und dem Werk in Bochum.  mehr...

Die Fracking-Methode macht vielen Bürgern Angst. Hier demonstrieren Bürger aus Lünne im Emsland.

Widerstand wächst

Gasbohrungen in NRW

Geplante Erdgas-Bohrungen der Energiekonzerne sorgen für Konflikte.  mehr...

DFB-Museum in Dortmund

Fußball

Das Fußball-Museum des DFB kommt nach Dortmund! 2014 wird es eröffnet.  mehr...

Interview-Serie

Ein Gespräch in der Chefetage

Wir fühlen Top-Managern aus der deutschen Wirtschaft auf den Zahn.  mehr...

Kontakt | Impressum | AGB | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
MünsterscheZeitung.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | EmsdettenerVolkszeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | immo.RuhrNachrichten.de