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25.02.2013 22:28 Uhr
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Pier Luigi Bersani will die Macht in Rom

Rom (dpa) Er ist ein pragmatischer Linker mit wirtschaftlicher Kompetenz, erfahren im römischen Gerangel um Macht und Einfluss.

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Pier Luigi Bersani gab seine Stimme im norditalienischen Piazenca ab. Foto: Pier Paolo Ferreri (Foto: dpa)

Der Norditaliener Pier Luigi Bersani (61), Chef der Mitte-Links-Partei PD (Partito Democratico), ist nach der Wahl aussichtsreicher Kandidat für das Amt des italienischen Regierungschefs in der Nachfolge von Mario Monti. Mit seinem Mitte-Links-Bündnis lag er den ersten Hochrechnungen zufolge im Abgeordnetenhaus vorn und lieferte sich im Senat ein enges Rennen mit Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi.

Bersani ist ein Mann des linken Establishments - ein bodenständiger, etwas paternalistischer und wenig charismatischer Politiker aus Bettola bei Piacenza in der Emilia-Romagna. SPD-Parteichef Sigmar Gabriel etwa schätzt seinen Kollegen, den studierten Philosophen aus einfachen Verhältnissen. Mit Pier Luigi Bersani könnte ein früheres Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens Premierminister werden.

Erst Regionalpräsident im Norden, entwickelte er sich zu einem der linken Hoffnungsträger in einem stark von Silvio Berlusconi geprägten nationalen Umfeld. Zwischen 1996 und 2008 sammelte Bersani dann unter drei Mitte-Links-Regierungen als Minister für Industrie, Transport und Wirtschaft Erfahrungen und Lorbeeren, vor allem als Reformer und Liberalisierer. 2009 wurde er Chef der «Demokratischen Partei» (PD).

In einer Urwahl setzte sich Bersani dann deutlich gegen den weit jüngeren Matteo Renzi (37) als Spitzenkandidat durch. Einen Generationenwechsel gibt es also nicht. Bersani punktete im Wahlkampf mit einem ruhigen Auftritt. Zuverlässig wollte er wirken und die Wahlen auch nicht gewinnen, indem er «Märchen» erzählt.

Das Mitte-Links-Bündnis, zu dem noch eine Reihe kleinerer Parteien und Gruppen zählen, hat sich in den vergangenen zwölf Monaten zur ersten Kraft in Italien gemausert. Berlusconis Mitte-Rechts-Partei PdL (Volk der Freiheit) holte vor der Wahl aber wieder auf.

Der vom Staatschef eingesetzte Monti habe Italien in der Welt wieder glaubwürdig gemacht, das sei unumkehrbar, so hatte Bersani der Nachrichtenagentur dpa in einem Interview gesagt: Eine von seiner Partei geführte Regierung werde aber versuchen, «mehr Fairness, mehr Rechte und mehr Jobs zu schaffen». Sonst bleibe das Land im Notstand.

Wachstumsspritzen, Kampf der Steuerhinterziehung und eine Steuerpolitik für mehr Beschäftigung, Jobs für die jüngere Generation trotz der Rezession - das sind Ziele des pro-europäischen Bersani.

Bersani stützte den früheren EU-Kommissar Monti in seiner Arbeit, will ihn aber nicht in das Amt zurückkehren sehen. Eine Koalition der Linken mit Montis Bündnis der Mitte könnte notwendig sein, um eine stabile Regierung unter dem linken Parteichef Bersani zu ermöglichen.

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