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Bielefeld (dpa) Angesichts der sibirischen Kältewelle in Deutschland haben die Wohnungslosenverbände Sicherheitsdienste und Wachleute aufgefordert, großzügig mit Obdachlosen umzugehen.
Mitarbeiter der DRK-Kältehilfe kümmern sich in Berlin um einen Obdachlosen, der auf der Straße schlafen will. Foto: Maurizio Gambarini (Foto: dpa)
«Bei dieser Kälte appelliere ich an die Wachdienste, die Wohnungslosen nicht gleich rauszuwerfen und dafür Menschlichkeit walten zu lassen», sagte der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe (BAGW), Thomas Specht, der Nachrichtenagentur dpa. Zugleich erinnerte er die Kommunen an ihre gesetzliche Pflicht, rechtzeitig Notunterkünfte in ausreichender Zahl bereitzustellen.
«Geschätzt etwa 22 000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße», sagte Specht, «Tendenz steigend.» «Die Kommunen müssen jetzt zusätzliche Unterkünfte bereitstellen», forderte er. «Im Notfall müssen sie Zimmer in Pensionen oder Gasthöfen anmieten.» Sinnvoll könne auch sein, U-Bahn-Stationen, Bahnhöfe oder andere geeignete Gebäude zu öffnen.
«Für die Unterkünfte muss es großzügige Öffnungszeiten geben», mahnte Specht. «Eine Befristung des Aufenthalts auf wenige Tage ist rechtswidrig.» Die Unterkünfte selbst müssten abschließbare, sichere Spinde und getrennte Abteilungen für Frauen haben. «Etwa ein Viertel der Wohnungslosen sind Frauen.»
Besonders in kalten Wetterphasen seien «Kälte-Busse» sinnvoll. «Die gibt es vor allem in großen Städten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder Köln», sagte Specht. Der Bus fahre zu den bekannten Schlafplätzen der Wohnungslosen. Dort versuchen Sozialarbeiter dann, die Menschen in die warmen Unterkünften zu lotsen. «Manche der Wohnungslosen haben ihre Situation nicht mehr unter Kontrolle, besonders wenn Alkohol im Spiel ist.»
Die BAG Wohnungslosenhilfe ist ein Verein, der bundesweit etwa 1000 Einrichtungen - Vereine, Heime und Beratungsstellen - vertritt.
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