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Die Innenstadt von Stockholm nach den Anschlägen.
Deshalb gehe man von Helfern bei der Vorbereitung aus. Es gebe aber bisher keine konkret Verdächtigen. Bei dem Anschlag in einer Stockholmer Einkaufsstraße hatte sich der 28-jährige Mann am Samstag selbst in die Luft gesprengt. Bei der kurz zuvor von ihm ausgelösten Explosion seines Autos wurden zwei Passanten leicht verletzt. Der Attentäter war der Polizei und dem für die Terrorbekämpfung zuständigen Sicherheitsdienst Säpo bis zu dem Anschlag „völlig unbekannt“.
Bombe zündete versehentlich
Widstrand sagte weiter, dass man das genaue Ziel des Attentäters nicht kenne. Es gebe Vermutungen, dass der Täter auf dem Weg zum Stockholmer Hauptbahnhof oder in ein bekanntes Kaufhaus gewesen sei, als eine Rohrbombe an seinem Körper
Fotostrecke Bombe in Stockholmer Innenstadt
wahrscheinlich versehentlich explodierte. „Der Mann war mit Bombenmaterial sehr gut ausgerüstet“, sagte Widstrand. Deshalb könne man vermuten, dass er den Tod von sehr vielen Menschen verursachen wollte.
Spur nach England
Im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag von Stockholm hat die britische Polizei in der Nacht zum Montag nördlich von London ein Haus durchsucht. Wie Scotland Yard mitteilte, fand der Einsatz kurz vor Mitternacht mitteleuropäischer Zeit in der Grafschaft Bedfordshire statt. Es habe keine Festnahmen gegeben. Auch habe man kein gefährliches Material sichergestellt, berichtete die Nachrichtenagentur PA.
Zuvor hatten britische Medien gemeldet, dass es sich bei dem Attentäter um einen irakischstämmigen Schweden handelt, der im englischen Luton gelebt und an der Universität von Bedfordshire studiert haben soll.
Im Zentrum der schwedischen Hauptstadt Stockholm hat sich am Samstag ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Minuten zuvor war in der nur 200 Meter entfernten Haupteinkaufsstraße ein Auto explodiert. Wie durch ein Wunder wurden nur zwei Passanten verletzt. Die Polizei sprach von einem „sehr ernsten Terrorakt“. In einer Drohmail hatte ein Mann vorher den Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan und „das Schweigen des schwedischen Volkes“ zur Mohammed-Karikatur verurteilt.
Innenminister: Kein Bezug zu Deutschland
Nach dem Attentat in Schweden sieht das Bundesinnenministerium keinen Grund, die Sicherheitsvorkehrungen weiter zu verstärken. Nach bisherigem Kenntnisstand gebe es keinen Bezug zu Deutschland, sagte eine Sprecherin. Außenminister Guido Westerwelle erklärte: „Angriffe wie dieser machen deutlich, dass wir nicht nachlassen dürfen in unserem Engagement gegen den Terrorismus.“
Unmittelbar vor den Explosionen hatten die Polizei und die Nachrichtenagentur TT eine Drohmail sowie den auf Band gesprochenen Abschiedstext eines Mannes bekommen. Die Texte waren auf Arabisch und Schwedisch gesprochen. Darin rief der Mann zum „Heiligen Krieg“ gegen Schweden auf. In der Mail nannte er „das Schweigen des schwedischen Volkes“ zur Mohammed-Karikatur des heimischen Künstlers Lars Vilks sowie schwedischen Afghanistan-Einsatz als Grund für seinen Terroraufruf: „Jetzt müssen eure Kinder, Töchter und Schwestern sterben.“
Keine voreiligen Schlüsse
Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt verurteilte den Anschlag scharf. Seine Regierung werde sich dadurch aber nicht von ihrem Eintreten für eine „offene Gesellschaft“ abhalten lassen, sagte Reinfeldt am Sonntag. Es sei wichtig, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. „Wir müssen uns an das halten, was wir wissen und die Toleranz verteidigen, die unsere Gesellschaft prägt.“
Nach Medienangaben lebte der 28 oder 29 Jahre alte Selbstmordattentäter in einer Wohnung in der mittelschwedischen Ortschaft Tranås im Bezirk Småland. Der Mann war nach der Explosion einer Rohrbombe an seinem Körper auf der nur relativ kleinen Bryggergatan im Stadtzentrum kurz vor 17 Uhr sofort tot. In seinem Abschiedstext berichtete der Mann, dass er sich bei einem Aufenthalt im Nahen Osten für den Jihad habe ausbilden lassen. Seine Familie bat er um Vergebung, weil er sie über die Gründe für die Reise getäuscht habe. Er bat seine Ehefrau, die Kinder von ihm zu küssen.
Knapp am Massaker vorbei
In ersten Kommentaren aus Stockholm wurde vermutet, dass sich der Attentäter wahrscheinlich erst auf der von Menschen wimmelnden Drottninggatan in die Luft sprengen wollte. „Wenn das gelungen wäre, hätte es ein furchtbares Massaker gegeben“, zitierte die Zeitung „Aftonbladet“ einen namentlich nicht genannten Behördensprecher.