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Medienhaus Lensing
24.09.2011 17:57 Uhr
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Benedikt in Deutschland: Tausende begrüßen Papst in Freiburg - Schüsse in Erfurt

Erfurt/Freiburg Tausende jubelnde Menschen haben in Freiburg Papst Benedikt XVI. begrüßt. Auf dem Weg zum Münsterplatz nahm sich der Papst am Samstag Zeit für die rund 200 Meter lange Strecke im Papamobil, winkte und segnete die Menschen. Zuvor gab es Aufregung in Erfurt: Am Rande der Messe am frühen Morgen sind Schüsse aus einem Luftdruckgewehr gefallen.dpa

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Benedikt XVI grüßt die Gläubigen. (Foto: dpa)

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Nach Angaben der Polizei schoss ein Mann an einer Vorkontrollstelle vier Mal auf Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes. Verletzt wurde niemand. Der Zwischenfall ereignete sich zwischen 07.00 und 08.00 Uhr mehrere hundert Meter entfernt vom Domplatz, wo um 09.00 Uhr die Messe mit Papst Benedikt XVI. begann.

Tausende begrüßen Benedikt XVI. in Freiburg

Weiß-gelbe Vatikanfähnchen und „Benedetto“-Rufe: 20.000 Menschen haben in Freiburg Papst Benedikt XVI. begeistert empfangen. „Es ist mir eine Ehre, Sie hier begrüßen zu dürfen“, sagte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch vor dem imposanten Freiburger Münster. „Lange haben wir auf diesen Moment gewartet“, ergänzte er unter dem tosenden Beifall der Schaulustigen.
 
In Anwesenheit von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erwiderte das 84-jährige Kirchenoberhaupt scherzhaft die zahlreichen herzlichen Willkommensgrüße. „Mein besonderer Dank gilt dabei eurem lieben oberwürdigsten Erzbischof Dr. Robert Zollitsch für die Einladung. Er hat mich so bedrängt, dass ich am Schluss sagen musste: Nach Freiburg muss ich wirklich kommen“, sagte Benedikt in einer ganz seltenen Abweichung vom Redemanuskript und erntete Lachen.

Nach Berlin und Thüringen will das katholische Kirchenoberhaupt auch in Freiburg Zeichen des Glaubens setzen.
Nach der Fahrt durch die Menge zog sich der Papst zum Gebet zurück. Im Münster wollte er gemeinsam mit rund 600 Gläubigen und seinem Privatsekretär Georg Gänswein zur Ruhe kommen. Dieser ist in Freiburger Münster 1984 zum Priester geweiht worden.

Freiburg ist nach Berlin und Thüringen die letzte Station des viertägigen Papstbesuches. 21 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands stand am Nachmittag ein Treffen mit dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl auf dem Programm. Zu einem Abendgebet mit Jugendlichen meldeten sich nach Kirchenangaben rund 28 000 Menschen an. Zur Messe an diesem Sonntag auf einem Flugplatz werden rund 90 000 Gläubige erwartet. Danach reist der Papst zurück nach Rom. 

Schüsse vor der Messe in Erfurt

In Erfurt stürmte die Polizei am Vormittag die Wohnung eines Verdächtigen, der die Schüsse abgegeben haben soll. Ein Mann wurde festgenommen. Nach Angaben von Polizeisprecher Dirk Sauter ist der Festgenommene nicht der Mieter. Gegen ihn werde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt, sagte Sauter.

Fotostrecke Papstbesuch: Schüsse in Erfurt

Die Vorkontrollstelle lag im äußeren Bereich des erweiterten Sicherheitsbereiches. Bei der Messe mit Papst Benedikt war von dem Vorfall nichts zu spüren. Die Straße, die auch in der Nähe des Augustinerklosters liegt, war von Polizeibeamten abgesperrt.

Festgenommener bestreitet die Tat

Der Festgenommene bestreitet die Tat. Die Polizisten hätten in der Wohnung ein Luftdruckgewehr und eine Luftdruckpistole sichergestellt, sagte Robert Ryczko, Polizeieinsatzleiter während des Papstbesuchs, am Samstag.

Der 1981 in Erfurt geborene und in Berlin lebende Verdächtige sei nicht vorbestraft.

Nach Angaben Ryczkos hatten Polizisten nach einer ersten Information über Schüsse erst herausfinden müssen, aus welcher Wohnung sie abgegeben wurden. Danach sei es nicht gelungen, mit dem Mann Kontakt aufzunehhmen, so dass die Polizisten schließlich gewaltsam in die Wohnung eingedrungen seien.

Papst würdigt Kohl als Kanzler der Einheit

Päpstliche Privataudienz für den Altkanzler: Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) ist am Samstag in Freiburg von Papst Benedikt XVI. empfangen worden. Benedikt (84) und der 81 Jahre alte Kohl kamen im Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg zu einem 25 Minuten dauernden Gespräch zusammen. Begleitet wurde der im Rollstuhl sitzende Kohl von seiner zweiten Ehefrau Maike Kohl-Richter. Das Gespräch fand hinter verschlossenen Türen statt.

Die Begegnung kam auf Einladung des Papstes zustande, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. „Es war der Wunsch des Heiligen Vaters, dem Kanzler der Einheit zu begegnen.“ Der Papst habe schon früh bei den Planungen seiner Deutschlandreise diesen Wunsch geltend gemacht. Mit dem Treffen würdige der Papst die Leistung des Altkanzlers für die Deutsche Einheit und für Europa.

Kohl wollte sich nicht äußern. Der Altkanzler verstehe das Treffen mit dem Papst als Privatangelegenheit, teilte sein Büro auf Anfrage mit.

Da Kohl gesundheitlich angeschlagen ist, wurde das Treffen in Freiburg organisiert und nicht in Berlin. Freiburg ist mit dem Auto vom Wohnsitz des Altkanzlers, Ludwigshafen-Oggersheim, am einfachsten zu erreichen.


Fotostrecke Papstbesuch: Messe vor dem Erfurter Dom



Fotostrecke Der Papst in Erfurt



Fotostrecke Papstbesuch: Marienvesper in Etzelsbach



Fotostrecke Der Papst im Olympia-Stadion





 



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