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Messner-Tragödie
"Nanga Parbat" erzählt vom Tod am Schicksalsberg
Von Christoph Broermann am 12. Januar 2010 18:25 Uhr
1970 fordert eine Expedition zum Nanga Parbat, dem Schicksalsberg im Himalaya, ein Todesopfer. Günther Messner stirbt, vermutlich in einer Lawine. Er war seinem Bruder Reinhold Messner, der trotz schlechten Wetters den Gipfel über die größte Steilwand der Erde allein besteigen wollte, ohne die passende Ausrüstung gefolgt.

nanga parbat 1
Da ist die Welt noch in Ordnung. Die Bergsteiger in einem Zwischenlager.
Foto: Senator
Zwar geriet die Gipfelbesteigung zum Triumph. Doch dann folgte der kräftezehrende Abstieg, die Übernachtung im Notbiwak. Schließlich verlor Reinhold seinen höhenkranken Bruder aus den Augen. Reinhold Messner konnte trotz schwerer Erfrierungen gerettet werden.

Es sind tatsächlich sehr kalte Bilder, die Joseph Vilsmaier in seinem neuen Film "Nanga Parbat" zeigt. Um die tragische Geschichte zu erzählen, hat er beeindruckende Ansichten des Berges eingefangen, der oft wie ein großes Mahnmal in den Himmel ragt. Um so dankenswerter ist, dass Vilsmaier das Unglück nicht streckt oder künstlich emotional auflädt.

Fürsorge und Kalkül

Statt dessen dient die durchaus kritische Verfilmung als Diskussionsansatz. Keine der drei Hauptfiguren kann sich dem entziehen: Der umstrittene Leiter der Expedition, Karl Maria Herrligkoffer, wird von Karl Markovics mit deutlicher Zerrissenheit zwischen väterlicher Fürsorge und strategischem sowie egoistischem Kalkül blendend gespielt.

Florian Stetter leuchtet Reinhold Messners Begeisterung für die Berge aus den Augen. Selbstbewusst entgegnet er der Frage, wie man den Nanga Parbat besiegen könnte: "Man muss ihn nicht besiegen, man muss ihn besteigen." Aber auch die mangelnde Teamfähigkeit und der Willen zum Alleingang des jungen Bergsteigers wird in Stetters dynamischen Spiel sehr deutlich.

Nüchtern erzählt

Gut auf ihn abgestimmt ist Andreas Tobias als Günther Messner, dem man seinen unterschwelligen Zweifel an seinen Fähigkeiten ansieht. Letztendlich wird aber in diesem Film kein Urteil gesprochen, sondern nur deutlich, dass alle an diesem Unglück ihre Beteiligung hatten.

Das Drehbuch von Reinhard Klooss verzichtet auf überfrachtete Dialoge. Sehr gradlinig, fast nüchtern wird die Geschichte erzählt, so dass man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: Die Bilder und ihre Atmosphäre teilen dem Zuschauer vieles an Emotionen und Gedanken mit, das Wörter nur sehr umständlich erklärt hätten. Dieser Film lässt erahnen, warum sich Bergsteiger auf das Wagnis in eisigen Höhen einlassen.

 
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