Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
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MÜLHEIM Liebe vergeht. Aber warum? Zwei Dramatiker haben zum Auftakt der Mülheimer Theatertage eine Antwort auf diese Frage gesucht: René Pollesch, der bereits zweimal den Preis des "Stücke"-Festivals gewonnen hat, und Mülheim-Novize Lutz Hübner, der erst jetzt zur Teilnahme eingeladen wurde, obwohl er seit Jahren einer der meistgespielten deutschen Autoren ist.
Wolf List (v.l.) als Harald, Peter Knaack als Johannes und Christian Erdmann als Pitt in "Geisterfahrer". (Foto: dpa)
Die Thesen werden gekonnt mit Leben gefüllt, Privates und Politisches auf äußerst amüsante Weise vermischt. Vor der Fassade einer Geisterbahn (Bühne: Bert Neumann) wird diskutiert und über einen Bildschirm gibt es einen Blick dahinter, wo Rois und Wuttke einen Mordfall lösen müssen. Wenn Rois am Ende "If it´s you" singt, fragt man sich, ob die Vorstellung von Liebe nicht besser ist als eine Beziehung in der Realität.
Auch "Geisterfahrer" von Lutz Hübner ließ uns lachen. Auf den ersten Blick ist das eine handfeste Komödie über die Krise in der Lebensmitte, auf den zweiten Blick ein Beziehungsreigen mit tragischem Bodensatz. Johannes und Miriam ziehen in eine Eigentumswohnung - ohne zu wissen, dass sich der Vorbesitzer als Geisterfahrer das Leben nahm. Die anderen beiden Paare im Haus haben die Neuen bald zum Fressen gern: Putzteufel Silke (brillant komisch: Rosa Enskat) will eine Freundin, ihr Mann Harald (schön verzweifelt: Wolf List) sucht bei Johannes deutlich mehr. Wer solche Nachbarn hat, braucht keine Feinde.Die Generation 40 plus und ihr alltägliches Unglück
Treffsicher nimmt Hübner die Generation 40 plus auf Korn, zielt auf ihre Panik, ihr Geschwätz ("Männer altern schwerer"), ihr alltägliches Unglück in sich zersetzenden Ehen. Regisseurin Barbara Bürk treibt das Ensemble des Schauspiels Hannover in zum Glucksen komische Karikaturen. Doch das Stück wäre nicht so gut, käme nicht zum Schluss das Schicksal des Geisterfahrers aufs Tapet, den seine "guten Freunde" nicht gerettet hatten. Hübner entlässt uns mit der Frage: Wie hätten wir gehandelt?
01. Juni 2012,
Konzerthaus Dortmund
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BOCHUM Was da "Vor Sonnenaufgang" auf dem Bauerngut der Krauses geschieht, ist unsagbar schrecklich. Intendant Anselm Weber setzt im Bochumer Schauspielhaus einen gezielten Schock ans Ende seiner Inszenierung von Gerhart Hauptmanns Sozialdrama. Eine tiefe Verunsicherung kurz vor dem Applaus, die der Abend, der von einem blendend aufgelegten Ensemble lebt, jedoch vertragen kann. mehr...
MÜNSTER Die Krankschreibung von Anna Netrebko gilt nur bis zum 29. Mai. Nach ein paar Tagen Verschnaufpause steht sie dann schon am Samstag (2. Juni) vor Münsters Schloss. Beim lang erwarteten Open-Air-Konzert hat sie Ehemann Erwin Schrott und Jonas Kaufmann an ihrer Seite. Die drei Sänger haben dafür ihr Wunschrepertoire zusammengestellt, das sie jetzt auszugsweise veröffentlichen ließen. mehr...
Engagierte Filme aus dem Iran werden von Festival zu Festival gereicht und dort von einem Publikum begutachtet, das deren Qualitäten nicht selten nur unter dem Gesichtspunkt ihrer versteckten kritischen Aspekte beurteilt. Die in den USA lebende Exil-Iranerin Maryam Keshavarz richtet ihren Blick von Außen auf ihr Heimatland, ohne dabei auf staatliche und religiöse Zensur achten zu müssen. Das Ergebnis überrascht. mehr...
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