Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
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DORTMUND Donizettis "Lucrecia Borgia" ist nicht die Figur, die man mit Ovationen in den Himmel heben möchte. - Ein männermordendes Monster, das erst am Schluss das Mutterherz zeigt. Dennoch nahm der Jubel am Freitagabend im Dortmunder Konzerthaus kein Ende.
Große Dame des Koloraturgesang: Edita Gruberova. (Foto: Hösl)
Edita Gruberova, die 63 Jahre alte Primadonna assoluta, hat allen gezeigt, dass man auch in diesem Alter noch prima singen kann. Erst vor anderthalb Jahren hat sie ihr Rollendebüt als Lucrezia gegeben .- Ein Koloratur-Wunder. Und der Höhepunkt des Festivals Klangvokal.
Macht und Schmerz
Es war so, als wäre die Zeit stehen geblieben, irgendwo Ende der 1970er oder in den 80er Jahren. Genauso leicht wie damals setzte die Slowakin in ihrem fließenden Belcanto noch Pianissimo-Spitzentöne an, fast genauso klar wie früher klangen ihre Spitzentöne, etwas mehr Fleisch und Kraft hatten die Koloraturen. Ihr Ausdruck war indes noch größer, ihre Stimme klang technisch sehr gut kontrolliert und versammelt. Zwischentöne und das Zittern der Seele machte La Gruberova mit Mezza voce eindringlich hörbar und zeigte das Schwanken der Figur zwischen Macht und Schmerz.
Gala-Besetzung
In Gala-Besetzung kam die Oper in Koproduktion mit der Kölner Philharmonie, der Oper Köln und dem WDR nach Dortmund. Franco Vassallo war als Lucrezias Ehemann Don Alfonso ebenfalls eine Idealbesetzung. Den Sohn Gennaro sang José Bros heroisch, mit starker männlicher Stimme. Ebenfalls großartig: Silvia Tro Santafé als Orsini und die spielfreudigen Nebenfiguren in dieser konzertanten Aufführung. Sehr präsent sang der Chor der Oper Köln.
Koloraturgesang
Andriy Yurkevych dirigierte das Rundfunkorchester, dass es eine Lust war, zuzuschauen. - Wenn nicht alle Blicke fast immer Edita Gruberova gegolten hätten, der Großen Dame des Koloraturgesang, die mehr als Belcanto bot: "Qualicanto".
22. April 2012,
E-Werk Köln
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