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Theater in der Region
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ESSEN Philip Glass ist nicht gerade für expressive Musik bekannt. Auch von indischer, meditativer Musik, vom asiatischen Rhythmus- und Zeitverständnis und dem Buddhismus hat sich der Minimal-Musiker aus den USA inspirieren lassen.
Philip Glass
All das hörte man am Montag in der Philharmonie Essen bei der Uraufführung, die der 71-Jährige für das Klavier-Festival Ruhr geschrieben hat. Maki Namekawa und Dennis Russell Davies spielten die "Vier Sätze für zwei Klaviere".
Konzentration gefordert
Glass' Musik fließt - im 1. Satz über einem motorisch bewegten Klangteppich, später über ruhigeren, minimal veränderten Rhythmen. Immer gleichmäßig, meist im Mezzoforte, sehr meditativ. Es ist eine Musik zum Entspannen, aber das 25-minütige Werk forderte auch Konzentration vom Publikum, das die Uraufführung trotzdem begeistert feierte. Denn auch zuvor gab es in dieser großen Nachtmusik wenig, das viel Abwechselung bot. Los ging's mit Schlager, den drei Militärmärschen op. 51 für Klavier zu vier Händen von Schubert.
Unterhaltungsmusik des frühen 19. Jahrhunderts war das - wie auch das "Divertissement à l'hongroise" von Schubert. Elegant, zierlich wie einen Marsch für Zinnsoldaten oder Püppchen, spielte die Maki Namekawa die Oberstimmen. Russel Davies, der als Dirigent häufiger in Erscheinung tritt denn als Pianist, war in den Unterstimmen zurückhaltender. An einem Klavier wirkte das Duo mehr als Einheit als an den zwei Klavieren.
Unterhaltungsmusik
Mit Unterhaltungsmusik ging's auch nach der Pause weiter, diesmal aus dem mexikanischen Salon, mit Bernsteins Bearbeitung von Coplans "El Salón Mexico" und seiner "Music for two pianos" - sicher nicht das stärkste Werk des Dirigenten, der am 25. August 90 Jahre alt geworden wäre.
Mehr Aufruhr brachte ein offenbar verrückter Besucher in das Konzert, der von der zweiten Galerie mitsang, klatschte und dazwischenrief. Vor der Uraufführung griff Intendant Franz-Xaver Ohnesorg persönlich ein, ging auf die Galerie und warf den Mann hinaus.
22. April 2012,
E-Werk Köln
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