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Medienhaus Lensing
14.09.2010 09:00 Uhr
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Interview: Esa-Pekka Salonen freut sich auf Dortmund - und will der Stadt ein Stück schreiben

DORTMUND Heute (14.9.) stellt sich Esa-Pekka Salonen (52) mit seinem London Philharmonia Orchestra im Konzerthaus Dortmund als neuer Exklusivkünstler bis 2013 vor. Julia Gaß sprach mit dem Dirigenten, der erstaunlich gut über Dortmund informiert ist.

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Der finnische Dirigent Esa-Pekka Salonen. (Foto: DG)

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Sie waren 17 Jahre Chef des Los Angeles Philharmonic. Seit 2009 sind Sie wieder in Europa. Wie unterscheidet sich das Musikleben in den USA von dem in Europa?

Esa-Pekka Salonen: Es ist ein großer Unterschied. Ein amerikanisches Orchester ist das einzige Profiorchester in einer Millionenstadt. Es hat eine zentrale Position im kulturellen Leben, aber es gibt wenig staatliche Unterstützung. Weniger als ein Prozent des Budgets. In London gibt es viel mehr staatliche Unterstützung, aber fünf große Orchester. Da kann sich keins leisten, schlechte Qualität zu bieten.

Und das Publikum?

Salonen: Das Publikum in den USA identifiziert sich mit seinem Orchester. Das ist so wie mit Bayern München. In Los Angeles unterstützen 10 Millionen Menschen ein Orchester, in Helsinki gibt es für eine halbe Million Menschen zwei Orchester und ein Opernhaus. Aber es gibt auch in Deutschland kleine Städte mit wunderbaren Orchestern. Zum Beispiel Bamberg.

Sie sagen, Ihre hervorstechendste Eigenschaft sei Neugierde. Auf was sind sie in Dortmund neugierig?

Salonen: Ich bin fasziniert von dem ganzen Konzept des Konzerthauses. Das Ruhrgebiet ist ein Gebiet mit vielen Problemen. Ich finde es toll, dass es an einem Platz, der Probleme hat, ein Haus mit solch einem ambitionierten, high-level Programm gibt. Kunst ist das Beste in schwierigen Zeiten. Ich finde das alles sehr inspirierend. Ich freue mich sehr auf Dortmund.

Die multimediale, spektakuläre Aufführung von Wagners "Tristan" bezeichnen Sie als ihr größtes Projekt.

Salonen: Das ist die teuerste und komplexeste Produktion. Ein größeres Projekt gibt es nicht. Und "Tristan" ist einzigartig in der Literatur. Er hat die Musik verändert, danach war alles anders. Wie der Frühling, der alles verändert. Eine gewaltige Herausforderung.

Sie komponieren auch und wollen ein Werk für Dortmund schreiben. Welches?

Salonen: Eins über das Leben und die Klänge von Dortmund. Etwas, das mit Dortmund zu tun hat. Ich will in einen Dialog mit der Stadt treten, von den Menschen lernen und ihnen dann etwas geben. Ich habe viele Pläne, das Publikum und Leben in Dortmund zu integrieren.

2008 haben Sie für das Konzerthaus Wien die "Stadt der Träume" realisiert. Dazu gehörten Partnerschaften mit Museen und Galerien. Ist so etwas in Dortmund denkbar?

Salonen: Wir werden mit Museen kooperieren und anderen Einrichtungen. Dortmund hat sehr gute Ressourcen, die will ich nutzen.


  • Karten für die Konzerte am 14. und 16.9. und den "Tristan" (17.9.): Tel. (0231) 22 69 62 00.


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