Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
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DÜSSELDORF Das Theater Essen und die Bühnen der Stadt Köln sollen Staatstheater des Landes NRW werden. So lautet zumindest der Vorschlag einer Expertenkommission, die ihren Abschlussbericht "Kunst NRW" gestern an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers übergeben hat.
Frank Baumbauer hält Theater aus NRW für "wenig konkurrenzfähig". (Foto: Jäger)
Zu ihren spektakulärsten Vorschlägen gehören ein Pina Bausch-Archiv, die Ernennung des Kölner Gürzenich-Orchester zur Staatsphilharmonie und ein literarisches Zentrum für NRW. Der Ankaufsetat der Staatskanzlei für Kunst soll von einer auf zehn Millionen wachsen. Unter den Empfehlungen findet sich auch diejenige, das "Konzerthaus Dortmund verstärkt zu fördern". Die Kunststiftung NRW will hier ein Musikprojekt mit dem bekannten Gustav Mahler Chamber Orchestra mitfinanzieren. Die Verhandlungen laufen.
Idee ohne Chance
Anderes bleibt dagegen chancenlos: Die von den Fachleuten angeregte Verlegung des Beuys-Zentrum von Schloss Moyland nach Düsseldorf - ein heißes Eisen nach dem Streit den Zentrums mit der Landesregierung - lehnte Rüttgers sofort ab. Das komme "garantiert nicht", sagte er.
Bei der Vorstellung des Berichtes zog der Münchner Intendant Baumbauer eine geradezu vernichtende Bilanz der Theaterarbeit in unserem Land. Theater aus NRW sei "wenig konkurrenzfähig", sagte er. "Die Kommunen sind nicht mehr in der Lage, Theater auf einem Niveau zu fördern, das sie international wettbewerbsfähig macht", meinte er. Und die Auswahl der beiden Staatstheater-Standorte? Es gehe darum, dort "wo ein Biotop für hohe Qualität vorhanden ist, dieses zu stärken." Was Staatstheater kosten würden, hat die Kommission ausgerechnet: In Essen soll das Land den Zuschuss auf fünf, in Köln auf vier Millionen steigern. Das Schauspielhaus Bochum kommt in dem Bericht nicht vor.
50 Millionen teuer
Dass außerdem alle kommunalen Theater in den kommenden drei Jahren 15 Prozent mehr Geld bekommen sollen gehört zu den Ideen, die richtig ins Geld gehen. Das würde nämlich mit elf Millionen zu Buche schlagen.
50 Millionen "als Daumenkalkulation", so Heinz Dürr, würde es im ersten Jahr kosten, alle 20 Vorschläge und zehn Empfehlungen zu verwirklichen. Wahrscheinlich ist das nicht. "Wir werden jetzt erst einmal in den Diskussionsprozess einsteigen", so Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Große-Brockhoff.
22. April 2012,
E-Werk Köln
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