Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
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HAGEN Kastschej ist ein finsterer Geselle. Während seine Schergen die Macht mit Knüppeln und Gefängnismauern bewachen, träumt er von der Weltherrschaft. Katschej tritt in modernem Gewand auf und erinnert an einen James-Bond-Bösewicht. Hagens Ballettchef Ricardo Fernando aber hatte Ernsteres im Sinn als er seine Version von Strawinskys "Feuervogel" inszenierte.
Szene aus der Mozart-Hommage "Amadé" mit Carla Silva und Marcelo Moraes. (Foto: Kühle)
Fernando gelingt die Verquickung von ernsten Realitätsanklängen und unterhaltsamen Verweisen auf die Kinowelt sehr gut. Der Feuervogel etwa tritt in Gestalt eines "Spions" mit feuerrotem Haarschopf und feuerroter Hose auf. Beim Entwurf dieses Outfits mögen Fernando und Ausstatter Peer Palmowski die Heldin aus Luc Bessons Comic-haftem Kinofilm "Das fünfte Element" vor Augen gehabt haben.
Carolinne de Oliveira verkörpert diesen Spion sehr kraftvoll und überzeugend, womit sie sich in eine hervorragende Riege von Protagonisten einreiht: Leonardo Fonseca als Diktator Kastschej, Marcelo Moraes als Iwan und die junge Clémentine Herveux, die als seine Geliebte sichtlich alles gibt und im Sturm die Sympathien des Publikums gewinnt.
Nicht nur im Gegensatz des ernsten ersten und heiter überdrehten zweiten Teils zieht das Programm mit "Amadé" eine deutliche Trennung: Während Fernando mit dem Feuervogel seine Vorliebe für Handlungsballette auslebt, serviert er mit Amadé eine lockere Abfolge einzelner Nummern.
Kapellmeister Steffen Müller-Gabriel, Ballettrepetitor Michael Albert und Fernando wählten auch geistliche Werke Mozarts aus. Zwei davon werden von der Mezzosopranistin Marilyn Bennett gesungen wie auch die gesamte Musik des Abends von den Hagener Philharmonikern aufgeführt wird. Lang anhaltender Jubel für ein gelungenes Programm.
22. April 2012,
E-Werk Köln
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