Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
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ESSEN Die Essener Lichtburg, Deutschlands größtes Lichtspielhaus, war am Mittwoch restlos ausverkauft. Voller Spannung warteten 1250 Besucher auf eine Lesung mit Nobelpreisträgerin Herta Müller.
Herta Müller las in der Essener Lichtburg vor ausverkauften Plätzen. (Foto: dpa)
Wie ein scheues Reh stakste Herta Müller auf die Bühne. So viel Publikum ziehen ansonsten nur Popstars an. So viel Publikum schüchtert ein. Kaum hatte sie die Bühne betreten, nahm sie schnell an einem der beiden Tische Platz.
Ernst und unbewegt ließ Herta Müller die Pressefotografen ihre Arbeit verrichten. Auch Moderator Norbert Wehr verharrte emotionslos und wie festgeklebt auf seinem Stuhl. Anstatt die Autorin in ein lebhaftes Gespräch zu verwickeln, begnügte er sich mit wenigen Stichworten und kurzen Fragen.
Konzentrierte sich auf "Atemschaukel"
Ansonsten sprach Herta Müller. Für ihre Antworten benötigte sie mitunter sieben Minuten. Dabei konzentrierte sie sich beinahe ausschließlich auf den Roman "Atemschaukel" und dessen Entstehung. Weder ihre eigenen Diktaturerfahrungen noch der Rummel um den Nobelpreis kamen zur Sprache.
Nach knapp 100 Minuten verabschiedete sich Herta Müller. Als der Applaus des Publikums aufbrandete, wurde sie verlegen, dann huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Geschafft.
22. April 2012,
E-Werk Köln
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