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Medienhaus Lensing
23.02.2012 18:34 Uhr
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Tournee mit Harald Schmidt: Krach um Konzertabsage

DORTMUND. Riesen-Krach um die Absage mehrerer Konzerte mit Harald Schmidt: Die Musiker von "Concerto Köln" halten jetzt einem Hamburger Veranstalter vor, ohne Absprache mit den Künstlern gehandelt zu haben. "Das habe ich in 17 Jahren noch nicht erlebt", sagte am Mittwochabend Jochen Schäfsmeier, der Geschäftsführer des renommierten Klassik-Ensembles.Von Bettina Jäger

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Keine Sorge: In Bochum wird Harald Schmidt am 24. und 25. Februar in "Figaros Hochzeit" auftreten wie geplant - hier ein Bild aus der Probe. Nur der Dortmunder "Schauspieldirektor" am 4. März ist abgesagt. (Foto: Schaper)

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Eine entsprechende Pressemitteilung hatte am Mittwoch um 17 Uhr Ulrike Wilckens, Inhaberin der Münchner PR-Agentur Ophelia, verschickt. "Das Alte-Musik-Ensemble Concerto Köln und der Entertainer und TV-Talkmaster Harald Schmidt wurden durch eine dpa-Meldung überrascht, in der weitere Konzerte ihrer gemeinsamen Deutschlandtournee abgesagt werden. Diese Absagen wurden ohne vorherige Absprache mit den künstlerisch Mitwirkenden vom lokalen Veranstalter beschlossen und veröffentlicht", heißt es darin. Im Gespräch fügte Wilckens erklärend hinzu, der Veranstalter - die Hanseatische Konzertdirektion Klaus Wollny - habe zwar als "Gastgeber" des Abends durchaus das Recht zur Absage, ein derartiges Vorgehen ohne Rücksprache mit den Künstlern sei aber völlig unüblich. "Ein Affront", so Ulrike Wilckens spontan. Das Konzerthaus Dortmund sei, so betont sie, nur einer der Veranstaltungsorte und habe mit diesen Vorgängen nichts zu tun.

Anruf von Journalisten

Jochen Schäfsmeier von Concerto Köln berichtete, er habe von Journalisten erfahren müssen, dass die Konzerte in Bremen (2.3.), Bielefeld (3.3.), Dortmund (4.3.) und Aachen (4.5.) abgesagt worden seien. "Eine Mitarbeiterin der Deutschen Presse-Agentur aus Bielefeld hat mich am Dienstag angerufen", erzählte er. "Ich war völlig überrascht." Er habe zwar gewusst, dass der Kartenvorverkauf nicht so gut lief. "Aber Harald Schmidt hat immer betont, dass er auch vor 50 Leuten spielt." Schäfsmeier hat fast alle bisherigen Aufführungen miterlebt. "Das Publikum war durchgehend begeistert."

"Keine Vertragsbeziehung"

„Mit den Künstlern stehe ich in keiner Vertragsbeziehung“, konterte Wollny am Donnerstag. Er stehe daher nicht in der Pflicht, mit ihnen zu sprechen. Sein Vertragspartner sei die Konzertagentur „First Classics“ in München, mit der es im Vorfeld der Absage durchaus Gespräche gegeben habe. „Verträge werden heute nur noch zwischen Managements geschlossen“, erläuterte Wollny, der in Dortmund zahlreiche erfolgreiche Konzerte organisiert hat. Doch auch der Tourneeveranstalter „First Classics“ weist die Verantwortung von sich. „Herr Wollny hat den Vertrag einseitig gekündigt und die Presse benachrichtigt“, betonte Projektmanager Nick Hellenbroich. „First Classics“ habe noch später als die Künstler, nämlich erst durch einen Anruf von Concerto Köln am Dienstag, von der Absage erfahren. Sie hätten zu dem Zeitpunkt noch intensiv darum gerungen, die Konzerte doch stattfinden zu lassen.  



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