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Medienhaus Lensing
08.03.2010 19:18 Uhr
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Geldnot im Ruhrgebiet: Kultur-Etats schmelzen dramatisch

DORTMUND Mitten im Kulturhauptstadtjahr kämpfen die Städte im Ruhrgebiet mit ihren Haushalten. Mehrere Kommunen befinden sich in Nothaushalten. Für eigene Entscheidungen bleibt kaum Raum. Ohne Einwilligung der zuständigen Bezirksregierungen dürfen die betroffenen Städte nichts genehmigen. Das gilt auch für die Kulturetats - mit dramatischen Folgen. Von dpa

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 (Foto: Archiv)

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  Beispiel Mülheim an der Ruhr: Bis zum Jahr 2013 sollen in der Kultur drei Millionen Euro eingespart werden. Das sei bei einem Etat von etwa 13 Millionen Euro die maximale Einsparmöglichkeit, sagt Kulturdezernent Peter Vermeulen (CDU). Neben geplanten Einschnitten bei den Angeboten von Volkshochschule und Musikschule wird nun auch die Schließung des Kunstmuseums diskutiert, das erst im letzten Jahr umgebaut wurde.

In Dortmund will man um Schließungen von Einrichtungen herumkommen, sagt Kulturdezernent und Kämmerer Jörg Stüdemann ( SPD). Theater und Kulturbetriebe sollen 2010 bzw. in der Spielzeit 2010/11 mit insgesamt rund zwei Millionen Euro weniger auskommen. Und auch sonst regiert das Wort "weniger": weniger Premieren, weniger Symphoniekonzerte, weniger Angebote der Volkshochschule und der Musikschule, weniger Stellen in der Verwaltung. Ob noch stärkere Einschnitte nötig sind, ist noch offen.

In anderen Städten wie Bochum sorgen Haushaltssicherungskonzepte für gekürzte Etats. Mit 48 Millionen Euro stehen dem Bereich Kultur im laufenden Jahr 2,5 Millionen Euro weniger zur Verfügung als noch 2009. Zusätzliche Einschnitte drohen, da die Kommunalaufsicht weitere Einsparungen fordert. Schon jetzt ist klar, dass das Kulturbudget 2015 aufgrund des Haushaltssicherungskonzeptes um 20 Prozent geringer sein soll als 2009. Dezernent Michael Townsend (SPD): "Wenn wir weiter sparen müssen, müssen Einrichtungen geschlossen werden."

Auch Essen kämpft.
Schafft die Stadt es nicht, ihren Haushalt zu verbessern, droht auch ihr ein Nothaushalt. In der vergangenen Woche stellte die Stadtverwaltung ihre Sparpläne vor. In der Kultur sollen etwa die Gebühren für die Musikschule und Kurse der Volkshochschule erhöht werden, einige Kurse sollen ganz wegfallen. Falls es zu noch stärkeren Einschnitten kommt, sollen die Zuschüsse für die freie Szene gestrichen werden.

In Unna muss der Kulturetat ebenfalls schrumpfen - bis 2014 um knapp 30 Prozent gegenüber 2009 auf 2,2 Millionen Euro. Am härtesten trifft es die Internationale Komponistinnen-Bibliothek. Die 1989 gegründete Bibliothek soll geschlossen werden.

Und was passiert mit den Kulturetats nach Ruhr.2010? "Es soll kein Sturzflug entstehen", sagt der Kulturchef des Regionalverbandes Ruhr (RVR), Dieter Nellen. Deshalb hat der RVR einen Masterplan Kultur erstellt.

Die klammen Kassen werden derweil auch selbst schon Thema von Kunst: In Oberhausen kommt am 16. März das Stück "Abseitsfalle" über die Finanznot im Ruhrgebiet auf die Bühne. Ein fiktiver Investor will entweder den Fußballverein oder das Theater finanzieren. Fußball und Theater treten gegeneinander an...



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