Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
DORTMUND Vor einem Jahr hat die Dortmunder Mozart Gesellschaft mit einer "Don Giovanni"-Aufführung aus Frankreich im Harenberg-Haus eine Entdeckung gemacht. Jetzt hat der Verein das Ensemble "Opéra du jour" eingeladen, seine in Paris gefeierte Inszenierung von Mozarts "Zauberflöte" auf eine größere Dortmunder Bühne zu bringen. Und dieses Märchenspiel machte am Sonntag auch den vielen Kindern im Konzerthaus Spaß.
Schöne Kostüme hatten die Franzosen auch für die Königin der Nacht (r.), Tamino und die drei Damen. (Foto: Opéra du jour)
"Der Giovanni" war noch etwas schöner, aber hübsch fantasievoll war die in Stegreiftheater-Manier mit viel Licht und wenigen, originellen Requisiten ausgestattete "Zauberflöte" auch.
Und für die Mozart Gesellschaft eine schöne Gelegenheit, ihren Namensgeber auch als Opernkomponisten zu würdigen.
Dialoge in französischer Sprache
Mit zwölf Sängerinnen und Sängern und der souveränen Pianistin Magali Albertini haben die Franzosen das Singspiel sehr klug auf 100 Minuten gestrafft.
Für die französischen Dialoge gab es Übertitel, gesungen wurde textverständlich auf Deutsch.
Elster und Höllenhund
Gewinner von Gesangswettbewerben bildeten das Ensemble, darunter eine sehr höhensichere Königin der Nacht (Julia Knecht) mit einer Stimme wie aus Stahl, ein guter Papageno (Philippe Brocard), eine Pamina (Roxane Chalard), die so liebreizend aussah wie Schneewittchen, und ein Sarastro, der nebenbei auch Flöte spielte.
Vielseitig waren die Sänger. Die drei Damen verwandelten sich flugs in drei holde, weise Knaben, dafür gab es Elster und Kerberus, ein Höllenhund aus der griechischen Mythologie, als von Mozart eigentlich nicht vorgesehene Weggefährten.
Magie in der Feuer- und Wasserprobe
Annie Paradis hat das Märchenstück inszeniert und ihm am Schluss trotz der ganz bescheidenen Mittel eines Tourneetheaters viel Magie eingehaucht (schöne Kostüme und Accessoires: Béatrice Blanc-Frantz).
Feuer- und Wasserprobe waren von Licht hinter dem schwarzen Vorhang und Geräuschen begleitet, und Papageno und Papagena besangen den Kindersegen mit vielen kleinen Kinderlein auf einer putzigen Papiergirlande.
Man muss nur Fantasie haben, dann kann man Mozart auch mit einfachen Mitteln auf die Bühne bringen. Opern genug für weitere jährliche Gastspiele gibt es ja.
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