Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
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BOCHUM Sie waren schon stolz darauf, bei der Eröffnung der Kulturhauptstadt die junge Musikszene im Ruhrgebiet zu repräsentieren: Mit dem Rap-Song "Kein schöner Land" haben "Creutzfeld und Jakob" die Liebe zu ihrer Heimat ausgedrückt - und vielen aus der Seele gesungen.
Rapper Philipp Dammann lebt in Bochum und ist ein Fan des Ruhrgebiets.
v. CieminskiAls er und sein Partner Laki Polichronidis die Anfrage für den Auftritt von der Ruhr.2010 bekamen, empfanden sie es schon als "Ritterschlag für den Hip-Hop" beim Festakt am 9. Januar auf der Zeche Zollverein in Essen, der vom ZDF übertragen wurde, dabei zu sein.
Urgesteine des Hip-Hop
Das war eine gute Wahl - denn die beiden Musiker aus Bochum und Witten sind Urgesteine des Hip-Hop im Ruhrgebiet. Seit ihrer Jugend schreiben die 30 und 31 Jahre alten Freunde eigene Texte und Musik, treten seit 15 Jahren auf. Zwar ist die Szene eher was für Kenner, doch die beiden standen auch schon bei großen Festivals wie "Rock am Ring" auf der Bühne.
Die Eröffnung hat sie schließlich überwältigt. "Der Schneefall hat Licht und Feuer besser wirken lassen. Die etwas düstere Atmosphäre passte zu unserem leicht schwermütigen Song", erinnert sich Dammann. Das Lied wurde zuvor musikalisch neu arrangiert, etwas jazziger gemacht. Geholfen haben dabei etwa Till Grönemeyer, Sohn von Mediziner Dietrich Grönemeyer, der schon häufiger bei Creutzfeld und Jakob mitgemischt hat, und Jürgen Grimm von Ruhr.2010.
"Er ist ein sehr guter Musiker", lobt Dammann, "aus der Zusammenarbeit ist eine Freundschaft entstanden. Jürgen wird mich auch bei meinem nächsten Album unterstützen."
Erlebnisse aus dem Alltag
Das soll wieder Themen behandeln, für die die Rapper bekannt sind: Da gibt es nichts unter der Gürtellinie, sondern es geht um das Lebensgefühl der Heimat - "sich gegenseitig zu inspirieren ist im Ruhrgebiet sehr ausgeprägt" - Hip-Hop und Erlebnisse aus dem Alltag. Dieser hat sich seit den Anfängen allerdings geändert.
"Erst ging es um Schule, dann Probleme mit den Eltern, Studium ...", erzählt "Flipstar", der als Arzt arbeitet. "Die Musik ist für mich essentieller Bestandteil des Lebens. Doch sie soll nicht notwendig für meinen Lebensunterhalt sein." Partner "Laki" dagegen macht hauptberuflich Musik.
Kulturhauptstadt bringt Impulse
Dass die Kulturhauptstadt nicht nur dem Duo, sondern dem Ruhrgebiet positive Impulse bringt - daran glaubt Dammann. "Wir jedenfalls hatten interessante Reaktionen, weil sich in unserem Song alle wiederfinden. Ich bekam anerkennende SMS von den Kollegen, die sonst Klassik hören. Und es gab eine Anfrage von der AWO für einen Auftritt."
22. April 2012,
E-Werk Köln
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