Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
Dass die schreibenden Oxford-Dozenten J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis Freunde waren, ist bekannt. Dass Verfilmungen ihrer Fantasy-Stoffe ("Der Herr der Ringe" und "Die Chroniken von Narnia") wie Geschwister aussehen, hat andere Gründe.
Mit Fabelwesen und Kampfszenen ? hier mit Skandar Keynes als Edmund ? mutiert der neue Narnia-Film zu einem Abklatsch von ?Herr der Ringe?. (Foto: dpa)
So hat man schon den ersten "Narnia"-Film zum Großkampfspektakel mit Fabel-Fauna aufgeblasen. Und im Nachfolger "Prinz Kaspian von Narnia" das Kindlich-Knuffig-Verspielte noch weiter ausgemerzt. Hauen und Stechen dominiert, Atmosphärisches führt eine Randexistenz.
Unser junges Helden-Quartett landet frischweg von einem Londoner Bahnhof in der Parallelwelt von Narnia. Doch wo sind all die freundlichen Viecher, wo die Harmonie und der Löwen-Messias Aslan? Auf dem Thron sitzt ein Macbeth-Schurke (Sergio Castellitto aus "Bella Martha"), der die sprechenden Tiere fast ausgerottet hat. Sein Neffe, der rechtmäßige Herrscher Prinz Kaspian (Ben Barnes), bläst zum Kampf gegen den Tyrannen.
Sensationsoptik mittels schierer Masse
Zentauren, Wölfe, Geparden, Stiere und Kampfmäuse ziehen in die Schlacht. Auch Zwerge, Riesengreife und wandelnde Bäume! Kommt uns sehr bekannt vor. Die Erde bebt, Tonsetzer Harry Gregson-Williams lässt das Schlagwerk hämmern. Dramaturgie und Sensations-Optik wollen das Prädikat "großer" Film mit schierer Masse erzwingen.
"Prinz Kaspian" ist ein Fantasy-Potpourri, das mechanisch Bauklötze des Genres aufstapelt, Tolkien-Motive nachplappert, ohne je den epischen Atem der "Ringe"-Filme zu erreichen. Lewis' religiöser Simpel-Symbolismus hält sich hier erfreulich in Grenzen. Aber auch Andrew Adamsons zweiter "Narnia"-Film wirkt wie ein kommerzfrisierter Trittbrettfahrer. Schade. Lewis' Bücher sind mehr als Tolkiens sterile kleine Brüder.
Ab Donnerstag im Kino.
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