Sehenswert
Theater in der Region
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DORTMUND Die alte Dampflok vom Typ Preußische P8 (Baujahr 1919) stammt aus der Zeit, als die Kinder, deren Fotos in den Abteilen des Zuges zu sehen sind, ihre letzte Reise antraten.
Tragisch kurz sind die Lebensläufe der von den Nazis ermordeten Kinder. (Foto: Schütze)
Mit dem Stopp des "Zuges der Erinnerung" im Dortmunder Hauptbahnhof wird der dunkelste Teil der unmenschlichen deutschen Vergangenheit in das Licht der Erinnerung gerufen: Die Deportation von Kindern und Jugendlichen in die Vernichtungslager der Nazis.
Von den schmucklosen Wänden blicken Kinderaugen die Besucher an. Kleine, fröhliche Mädchen mit Puppen, verschmitzt lächelnde Jungs in Sonntagsgarderobe. Sie alle wurden von den Nazis in den Vernichtungslagern umgebracht. In dem Zug soll zumindest die Erinnerung an sie am Leben gehalten werden.
Schüler gehen auf Spurensuche
Es sind die kurzen Lebensläufe derer, die von den Nazis aus den Schulen und den Familien gerissen und in die Vernichtungslager deportiert wurden. Kinder, deren Schicksal in den Schulen ihrer Heimatstädte zum Unterrichtsstoff wurde. So begaben sich zahlreiche Schüler auf Spurensuche. Ihre Ergebnisse sind Bestandteil des Ausstellungs-Zuges.
"Ich freue mich, dass so viele junge Menschen hier sind", sagt Margot Kleinberger. Die gebürtige Hannoveranerin ist eines der vielen deportierten Kinder - und eines der wenigen, das die Schrecken des Lagers Theresienstadt überlebt hat. Sie begleitet als Zeitzeugin und Opfer die Ausstellung. Ihre Anwesenheit fordert Respekt ab. Unmut herrscht dagegen über die Gebührenordnung der Deutschen Bahn. 45 Euro pro Stunde (500 Euro am Tag) berechnet die DB dem Ausstellungs-Zug an Standgebühren.
Überlebende warnt und mahnt
Kleinbergers Worte, die so zaghaft über den vollen Bahnsteig hallen, haben Gewicht. Und es kommt an, als sie zur Ausstellungseröffnung sagt: "Sehen Sie sich die Bilder und Texte an. Und vergessen Sie es nicht."
22. April 2012,
E-Werk Köln
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