Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
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ESSEN Die Metropole Paris hat viele Fotografen inspiriert, darunter auch Robert Frank und Otto Steinert. Diese beiden Klassiker der Schwarz-Weiß-Fotografie präsentiert ab heute das Essener Museum Folkwang.
Poetischer Flaneur
Der gebürtige Schweizer Robert Frank, der in die USA auswanderte und 1951 wieder einmal in Europa weilte, ist der poetische Flaneur. Seine Bilder wirken wie Schnappschüsse, Momentaufnahmen vom urbanen Leben einer Großstadt. Er hat die kleinen Banalitäten des Alltags mit seiner Kamera eingefangen.
Frank richtet als Beobachter seinen Blick auf die einzelnen Menschen - auf Spaziergänger, Händler, Straßenarbeiter und Blumenverkäufer. Es sind Aufnahmen vom Straßen- und Cafe´-Leben, kleine Stillleben der Stadt, die zum Teil bis heute unser Bild von Paris prägen.
Lichtzeichnungen
Otto Steinert (1915-1978) hingegen ging es nicht um die illustrative Abbildung des alltäglichen Treibens in den Straßen von Paris. Er suchte per Fotografie nach dem autonomen Bild. Zwar fotografierte auch er zunächst im Stil der Reisereportage, später konzentrierte er sich jedoch auf das komponierte, konstruierte Einzelbild.
Die Sujets dienten ihm so zu sagen nur als Rohmaterial und Ausgangspunkt. Seine in Paris entstandenen Bewegungsstudien sind zu Ikonen der Fotografie-Geschichte geworden, zum Beispiel sein "Ein-Fuß-Gänger". Er experimentierte mit Belichtungszeiten. Aufgrund von Bewegungsunschärfen erscheinen Autos ("Blick vom Arc de Triomphe") und Menschen ("Appell") nur noch als verwischte Schatten - oft vor den großen Plakatwänden in den Straßen.
Informel-Gesten
Mit seinen Mehrfachbelichtungen und Luminogrammen (Lichtzeichnungen) überführt er den Aufnahmeort komplett in die Abstraktion. "Lampen der Place de la Concorde" von 1952 wirkt wie eine Informel-Geste und gibt nur durch den Bildtitel Aufschluss über das abgebildete Objekt.
Liebe zum Detail
Aber auch bei seinen Architekturaufnahmen ging es nicht darum, die Gebäude zu präsentieren. Steinert bildet Details ab, betont durch seine Ausschnitte beispielsweise die Struktur, die Senkrechte wie in dem von langen Säulen beherrschten Bild vom Musée d´Art Moderne oder wie bei den Baumstämmen vor einer Mauer aus der Serie "Skizzen aus Paris" (Foto / 1948-49). Es wird schon an diesen führen Aufnahmen deutlich, dass Steinert nach Formen sucht, um seine Kunst vom reinen Abbild zu befreien. In Essen lassen sich nun diese unterschiedlichen Sichtweisen durch vergleichendes Sehen erkunden.Museum Folkwang, Essen: "Robert Frank. Paris" und "Pariser Formen. Otto Steinert", bis 6.7., di-so 10-18 Uhr.
22. April 2012,
E-Werk Köln
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