Ruhrfestspiele Recklinghausen: Constanze Becker als amazonenhafte "Hedda Gabler"
RECKLINGHAUSEN Die Bühne liegt voller Schnee, und Hedda Gabler (Constanze Becker) ist die Schneekönigin. So kühl, so verzweifelt und so verrückt, dass die Männer um sie herum den Boden unter den Füßen verlieren. Und je stärker der Schnee an diesem Abend schmilzt, um so schneller schlittern alle ins Unglück.
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Außerdem ist "Hedda Gabler" die erste Premiere des Schauspiels Frankfurt unter dem zukünftigen Intendanten Oliver Reese. In Frankfurt wird das Stück aber erst zur Spielzeiteröffnung im Oktober zu sehen sein. Also: Ein famoser Auftakt in der Fremde.
Constanze Becker verwandelt Ibsens Figur in eine moderne Lady
Constanze Becker, "Schauspielerin des Jahres 2008", ist Hedda Gabler. Und was für eine! Eine Gestalt wie eine Amazone. Eine Schauspielerin, die schillert vor Facettenreichtum. Sie verwandelt das Weib, das Henrik Ibsen 1891 beschrieb, in eine moderne Lady Gaga - eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs, ein irres Bündel Gegensätze.
Schon wenn sie sich in der ersten Szene auf tausendundeine Art über ein grünes Sofa windet, ahnt man: Das kann nicht gut gehen mit dieser kapriziösen Frau, die den langweiligen Historiker Tesmann nur aus Berechnung geheiratet hat.
Schauspieler gehen bei der Inszenierung von "Hedda Gabler" volles Risiko ein
Constanze Beckers Hedda ist hilflos, ängstlich, neidisch, aber auch unverschämt komisch beim Betrachten von Urlaubsdias und gemein wie eine böse Norne des Schicksals, wenn sie das Buch von Tesmanns Rivalen Lövborg verbrennt und ihn damit in den Tod treibt. Isaak Dentler als braver Schluffi Tesmann, Bettina Hoppe als seine Seelenverwandte, Thomas Huber als kühler Erpresser Brack und Sébastien Jacobi als Lövborg halten mit bei diesem faszinierenden Ringelpiez und gehen volles Risiko ein, wenn sie über die glitschige Bühne stolpern, schlindern und stürzen.
Karten für "Hedda Gabler" gibt es unter Tel. (02361) 9218-0.










