ESSEN Weil sie die Leser immer wieder überrasche und sich noch in ihrem Ausdruck steigere, bekommt Judith Kuckart den Literaturpreis Ruhr 2009. So die Begründung von Jury, Regionalverband und Literaturbüro Ruhr am Freitag bei der offiziellen Bekanntgabe in der Essener Buchhandlung Proust.Von Karin von Cieminski
Überrascht sei sie gewesen, als sie am Telefon die gute Nachricht bekam, sagte Judith Kuckart am Freitag, nämlich darüber, dass jemand sie vorgeschlagen hatte. Denn für den Hauptpreis können sich Autoren nicht selbst bewerben, anders als bei den Förderpreisen. Eine Überraschung war sie für die Jury jedoch nicht, diese hatte Kuckarts Werdegang, mit zahlreichen Auszeichnungen, schon seit einigen Jahren im Blick. Und wählte sie in diesem Jahr aus 47 Vorschlägen aus.
Beeindruckt war die Jury vom leichtfüßigen, spannungsreichen Stil der Romane und Erzählungen. Viele Geschichten der in Schwelm bei Wuppertal geborenen Kuckart haben mit dem Ruhrgebiet zu tun. Es hat noch großen Einfluss, obwohl sie schon lange in Berlin und Zürich lebt. Weil ihr die alte Heimat Sicherheit gebe, authentisch zu schreiben und sie die Mentalität der Menschen im Ruhrgebiet möge. „Die Auszeichnung ist etwas Besonderes, weil sie aus dem Ruhrgebiet kommt“, betonte Kuckart, „und weil tolle Autoren wie Ralf Rothmann sie schon bekommen haben.“
Unaufdringliche und treffende Sprache
Literatur über den und aus dem „Pott“ zu fördern, ist das Ziel des Literaturpreises. In der Kategorie Förderpreis haben es in diesem Jahr zwei Männer geschafft – sie setzten sich unter 143 Einreichungen zum Thema „Kosmos Bahnhof“ durch.
Reinhard Strüven lasse in „Wiedersehen“ Leser an der Geschichte teilnehmen, so die Jury. Das Thema habe ihn sofort angesprochen, erzählte Strüven, der in Düsseldorf wohnt. Er hat die Geschichte in Duisburg spielen lassen, weil er dort oft ist und die Menschen nett sind. „Ich hab mal Straßenmusik gemacht, und die Duisburger waren am großzügigsten.“
Der Dortmunder Mirko Kussin hat für „Vierzig Wagen westwärts“ einen Förderpreis bekommen, weil er sich treffend und unaufdringlich in die Gefühlswelt Jugendlicher versetze.