Glamour-Parade "Nine": Cruz und Kidman in sündigen Dessous
Stopp am Trevi-Brunnen. Der elegante Melancholiker im Sportwagen. Schöne Frauen und teure Pläsierchen, die seine innere Leere nicht vertreiben können. Tagträumereien eines Regisseurs mit Ideenblockade. "Nine" ist ein Amalgam aus Fellinis "La Dolce Vita" und "8 1/2" - als Musical.
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Überwältigung durch Reizüberflutung
Gesagt, getan: Der Film ist optisch/akustische Zuckerwatte, die auf Überwältigung durch Reizüberflutung setzt. Penélope Cruz! Nicole Kidman! Marion Cotillard! Kate Hudson! So sexy, so mondän, so sündig süß in Pelz, Korsett oder Dessous.
Mit Daniel Day-Lewis fand sich ein Wiedergänger von Marcello Mastroianni, der dessen somnambules Naturell aus "La Dolce Vita" verströmt, diese Mischung aus Lebensgier und unendlicher Langeweile. Day-Lewis ist ein attraktiver Bursche, dem man zutraut, dass Frauen ihn umschwirren: Guido hier, Guido da!
Meisterregisseur Guido flieht
Cinecittà in den 60er Jahren. Meisterregisseur Guido dreht wieder, ein Werk mit dem Titel "Italia". Die Presse ist völlig aus dem Häuschen. "Maestro, sagen Sie etwas zur Handlung!" Was neben Guidos Kostümbildnerin (Judi Dench) kaum jemand weiß: Guido hat nicht eine Zeile des Drehbuchs zu Papier gebracht. Er wimmelt ab, er flieht in einen Kurort. Da will er sich sammeln. Seine Geliebte (Penélope Cruz) taucht auf, dann seine eifersüchtige Frau (Marion Cotillard). Guido lügt, Guido beschwichtigt. Ein süßholzraspelnder, sanfter Macho.
Sein Film bleibt Trümmerwerk, nur in seinem Kopf laufen Szenen ab. Auftritt Sophia Loren als Guidos Mama. Die Loren singt, die Cruz singt und räkelt sich, Day-Lewis singt. Ganz ordentlich. Doch anders als bei Fellini kräht bald kein Hahn mehr nach "Nine". Eine Glamour-Parade, die bloß für den Augenblick funkelt.












