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Medienhaus Lensing
05.02.2012 19:59 Uhr
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49. Regionalwettbewerb "Jugend musiziert": Die Jugend musiziert hoch konzentriert

MÜNSTER Wer die Jugend im Zwiegespräch mit Stille, Konzentration und Musik erleben wollte, dem konnte „Jugend musiziert“ am Wochenende Augen und Ohren öffnen. Ein Austragungsort des Regionalwettbewerbs war die Westfälische Schule für Musik in Münster.Von Günter Moseler

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Am Wochenende musizierte die Jugend beim 49. Regionalwettbewerb "Jugend musiziert". (Foto: Günter Moseler)

Sie spielten hinter schwarzen Vorhängen, kaum sichtbar für Zuhörer im Treppenhaus der Musikschule, die nur zwischen den einzelnen Pausen ins Mozart-Foyer huschen durften. Kaum knarrte eine Tür oder es kam jemand von oben oder es flatterte ein fröhliches Sätzchen quer durch die Stockwerke, zischte jemand den Übeltätern ein „Pssschschscht!“ entgegen. Auch der 49. Wettbewerb „Jugend musiziert“ der Region Münsterland war ein Lehrbeispiel für den Anspruch unbedingter Konzentration und Konvention im Hoheitsbereich der Musik. Die jungen Akteure hinter den schwarzen Vorhängen störte es hörbar und sichtbar nicht. Quer durch alle Altersgruppen von 9 bis 20 Jahren zogen sie ihre Runden durch alle Epochen vom Barock bis zur Moderne.

Vielleicht sind Ruhmestaten und Raritäten der Musikliteratur nirgends derart präsent wie in diesem Wettbewerb. Maximilian Volbers tastete sich empfindsam mit der Blockflöte durch Makoto Shinoharas „Fragmente“, während Johanna Müller anmutig durch den „Flyten-Lusthof“ von Jacob van Eyck promenierte. Johanna Nienau schlenderte mit der Querflöte durch einen süßen „Toffee Tango“, Noah und Roman Helbig schienen siamesisch im Klavierduo verbrüdert.

Der Anspruch steigt

Mit den Altersgruppen stieg der Anspruch. Sonaten von Paul Hindemith, Francis Poulenc und Bohuslav Martinu waren ebenso präsent wie der Engländer Gordon Jacob, dessen „Sketches“ den notorischen Heuschnupfen des Fagotts als vorbildlichen Charakterzug verklärt.

Je nach Instrument wandelte sich die Exklusivität der Musik: Klarinettisten konnten auf „Tanzpräludien“ von Witold Lutoslawski zurückgreifen, Tjark Herdina bot eine Charakterstudie über „Das Nilpferd“ von Hanns-Wilhelm Goetzke. Wer aber hat je das Tubakonzert von Alexej Lebedjew gehört, das Simon Hoveling aus Tundratiefen reanimierte, hat je einen Trip in die ewigen Jagdgründe der riesigen Gitarrenliteratur unternommen? Ohne die Jugend und ihre Sehnsucht nach dem ewigen Abenteuer wäre das Leben um vieles ärmer.

Abschlusskonzerte

In diesem Jahr gibt es in der Region Münsterland drei Abschlusskonzerte mit Urkundenvergabe. Für Münster findet es am Sonntag, 26. Febuar 2012, um 16 Uhr im Festsaal des Rathauses Münster statt. Die Teilnehmer des Kreises Steinfurt sind am Sonntag, 19. Februar 2012, um 11 Uhr im Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Hörstel an der Reihe und der Kreis Warendorf lädt am Samstag, 18. Februar 2012, um 16 Uhr ins Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg ein.

Die ersten Ergebnisse des Regionalwettbewerbs sind im Internet abrufbar unter www.jugend-musiziert.org



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